Heerestechnik-Produzent richtet in Kaufungen Lehrwerkstatt ein

Rheinmetall-Konzern bildet Flüchtlinge aus

Kassel/Kaufungen. Der Rheinmetall-Konzern geht einen eigenen, bemerkenswerten Weg zur Integration von Flüchtlingen.

In einer angemieteten Halle in Kaufungen-Papierfabrik wird der Heerestechnik-Hersteller und Autozulieferer ab September acht junge Menschen dreieinhalb Jahre zu Kfz-Mechatronikern und 20 weitere in 14 Monaten zu Schweißern ausbilden. Gleichzeitig werden die Teilnehmer in diesem Pilotprojekt sprachlich geschult und mit den Gepflogenheiten des Gastlandes vertraut gemacht. 

Ausgangspunkt dieser nach HNA-Recherchen bundesweit einzigartigen Initiative ist ein Versprechen von Vorstandschef Armin Papperger von 2015, zusätzlich und über den eigenen Bedarf hinaus 100 Flüchtlinge auzubilden oder dafür vorzubereiten. Das hat er nun eingelöst: konzernweit beginnen demnächst 108 junge Neumigranten eine Ausbildung oder ein Praktikum bei Rheinmetall. Die entsprechenden Auswahlverfahren laufen. „Es ist unsere gesellschaftliche Pflicht, jungen Menschen aus Kriegsgebieten eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu bieten“, sagte Papperger.

Dass das zentrale Projekt für den Bereich Rüstung in Kaufungen angesiedelt wurde, ist kein Zufall. Denn der Düsseldorfer Konzern, der in Kassel zwei Werke mit 850 Mitarbeitern betreibt, hat bereits Erfahrung mit der Ausbildung und Schulung von Ausländern. Wie berichtet, qualifizierten die Kasseler Panzerbauer von 2012 bis 2014 insgesamt 222 algerische Kollegen, die in ihrer Heimat in Lizenz den Transportpanzer Fuchs montieren.

Nach Abschluss der bewusst allgemein gehaltenen, zivilen Ausbildung können die Teilnehmer nach Rheinmetall-Angaben jede Stelle annehmen. Sie müssen nicht beim Panzerbauer anheuern. Das Projekt in Kaufungen zahlt der Konzern komplett aus eigener Tasche, eine staatliche Förderung gibt es nicht. Die Gesamtkosten summieren sich auf einen Betrag im einstelligen Millionenbereich.

Rubriklistenbild: © dpa

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