Riffer: 125 Jahre im Holzgeschäft

Vierte und fünfte Generation mit Produktionsleiter Serguei Lewov (links): Dirk Ruge (Mitte/46) führt den Betrieb seit 2007 allein. Damals wechselte sein Vater Rolf (78) in den Ruhestand. Fotos/Repro: Koch

Kassel. Die hölzernen Industrieverpackungen der Heinrich Riffer GmbH & Co.KG kommen herum in der Welt.

Bestückt mit meist sperrigen und schweren Maschinen- oder Fahrzeugteilen aus der Region geht es nach China, Japan und andere Länder in Fernost, nach Nord- und Südamerika und in europäische Nachbarländer.

Die Industriekunden sind zahlreich und prominent. „Wir leben davon, dass unsere Kunden so gut sind und so viel exportieren“, nennt Geschäftsführer Dirk Ruge einen wichtigen Grund für den Erfolg des Zehn-Mann-Betriebs in der Lilienthalstraße.

Kurze Reaktionszeit

Weitere Gründe sieht er in der kurzen Reaktionszeit und den individuellen Maßanfertigungen seines Teams. „Wir leben von der Geschwindigkeit, nicht von der Masse. Wir liefern die gewünschte Verpackung binnen 48 Stunden und wenn es sein muss, auch schneller. Das schätzen die Kunden“, erklärt Ruge, der das Unternehmen in fünfter Generation führt. Heute feiert der Familienbetrieb sein 125-jähriges Bestehen.

1891 legt Ruges Ururgroßvater Heinrich Riffer in Reimenrod im Vogelsbergkreis mit dem Bau eines Sägewerks den Grundstein für ein Unternehmen, das in der Blütezeit einige hundert Menschen beschäftigen sollte. 20 Jahre später übernimmt dessen Sohn Wilhelm Heinrich den väterlichen Betrieb. 1922 erwirbt dieser ein Grundstück in der Leipziger Straße in Kassel, wo ein zweites Sägewerk entsteht. Ein kluger Schritt, denn erst in Kassel kann das Unternehmen sein starkes Wachstum bis weit in die 1980-er Jahre entfalten. Im weiteren Verlauf entsteht ein drittes Sägewerk in Oberkaufungen. Im Zweiten Weltkrieg werden die Riffer-Betriebe stark beschädigt. Heinrich Riffer macht sich 1945 mit seinen Schwiegersöhnen Kurt Claar und Alfred Rudolph an den mühsamen Wiederaufbau.

1950 wird ein Sperrholzwerk, sieben Jahre darauf Deutschlands damals größtes Spanplattenwerk errichtet. 1970 tritt mit Claars Schwiegersohn Rolf Ruge die vierte Generation in die Geschäftsleitung ein. Mitte der 70er-Jahre beginnt das Familienunternehmen mit der Umstellung des Geschäftsmodells auf den Holz- und Fertigelemente-Handel. Nach und nach werden die Sägewerke geschlossen - zuletzt das in Oberkaufungen vor neun Jahren - und die einstigen Produktions- und Handelsflächen verkauft oder bebaut. Bereits 2004 veräußert Riffer die letzten verbliebenen Handelsaktivitäten an den Kasseler Konkurrenten Jordan. Übrig blieb neben den Immobiliengeschäften die Produktion von Transportkisten, die Ruge 2007 an den heutigen Standort verlagerte. Seither wuchs das kleine Unternehmen kontinuierlich.

Der heutige Chef trat in den 1990er-Jahren ins Unternehmen ein und übernahm 2007 die alleinige Geschäftsführung.

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