Rötlich leuchtet der Riese: Ende des Winterhimmels

Kassel. Wir blicken regelmäßig mit Ihnen in die Sterne. Der Astrophysiker Klaus-Peter Haupt erklärt Phänomene, die am Himmel zu sehen sind. Diesmal das Ende des Winterhimmels.

Wenn man nach Einsetzen der Dunkelheit Richtung Westen sieht, dann kann man die untergehenden Wintersternbilder noch dicht am Horizont sehen: Der Himmelsjäger Orion mit seinen drei markanten Gürtelsternen steht unmittelbar am Horizont, Rigel, der rechte Fußstern geht bald unter, während der Schulterstern Beteigeuze noch höher am Himmel steht. Rechts neben Orion, fast genau im Westen, sieht man den rötlich leuchtenden Riesenstern Aldebaran im Stier. Unter ihm sieht man eine kleine Sternengruppe, den offenen Sternhaufen Hyaden. Bekannter ist das Siebengestirn, die Plejaden, die etwa auf gleicher Höhe weiter rechts von Aldebaran stehen.

Hyaden und Plejaden sind Ansammlungen junger, vor einigen Millionen Jahren erst entstandener Sterne.

Über dem Orion stehen die Zwillinge mit Castor und Pollux und über dem Stier steht das Sternbild Fuhrmann mit dem hellen Stern Capella. Perseus und Cassiopeia stehen schon weiter im Nordwesten.

Es lohnt sich am Abend des 10. April, die erst drei Tage alte schmale Mondsichel in der Dämmerung tief im Westen aufzusuchen. Gegen 20.45 Uhr wird man die Mondsichel gut erkennen können. Über ihr wird dann langsam Aldebaran in der Abenddämmerung sichtbar. Bis zum Monduntergang etwa drei Stunden später nähert sich die Mondsichel langsam dem rötlich leuchtenden Stern.

Von Kassel aus können wir sehen, wie die Mondsichel langsam durch den Sternhaufen der Hyaden wandert. Dabei verschwinden immer wieder Sterne hinter dem dunklen linken Rand des Mondes und tauchen nach ca. einer Stunde am hellen Rand wieder auf. Mit einem Fernglas kann man mehrere dieser Sternbedeckungen gut beobachten.

Dadurch dass der Mond so dicht an Aldebaran steht, können wir seine Eigenbewegung gut erkennen. Langsam wandert er entgegengesetzt der Erddrehung. So vergrößert er seinen scheinbaren Winkelabstand zur Sonne, bis schließlich Halbmond und dann am 22.4. Vollmond eintritt.

Der innerste Planet Merkur, eine knapp 5000 km große Krater- und Geröllwüste, steht der Sonne am Himmel immer sehr nahe. Deshalb ist er nur während der Morgen- und Abenddämmerung zu beobachten. Zwischen dem 15. 4. und dem 22. 4. sieht man Merkur ungewöhnlich gut unterhalb der Verbindungslinie Beteigeuze/Aldebaran tief im Westen. Gegen 21.30 Uhr steht Merkur noch hoch genug und es ist schon dunkel genug, um den nicht allzu hellen Planeten zu erkennen.

Planetenstellungen im April

• Merkur: Beste Sichtbarkeit Mitte April in der Abenddämmerung.

• Mars: Nähert sich seiner Oppositionsstellung zur Sonne an, geht Ende April gegen 22 Uhr auf, bleibt aber dieses Jahr in Horizontnähe.

• Jupiter: steht in der Dämmerung schon hoch im Südosten und ist bis weit nach Mitternacht gut zu sehen.

• Saturn: ist gut nach Mitternacht zu beobachten.

Von Klaus-Peter Haupt

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