Kalipreise und Versenkkürzung zehren Ergebnis auf

Dem Rohstoffkonzern K+S bricht der Gewinn weg

Kassel. Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S hat im zweiten Quartal einen dramatischen Gewinneinbruch erlitten.

Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 179,2 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf nur noch zehn Millionen.

Die Börse reagierte prompt auf die Gewinnwarnung. In einem schwachen Umfeld sank der Aktienkurs zweistellig.

Gründe für den drastischen Gewinnrückgang sind laut K+S zum einen weiter fallende Kalipreise, die von 280 Euro je Tonne im zweiten Quartal 2015 auf 247 Euro im ersten Quartal dieses Jahres nachgaben, sowie die stark gekürzte Erlaubnis zur Versenkung von salzhaltigem Abwasser. Wie berichtet, steht dem Rohstoffkonzern zur Entsorgung bis auf Weiteres vor allem nur die Einleitung in die Werra zur Verfügung.

Dort gilt: Je niedriger der Wasserstand im Fluss, desto kleiner die Menge an Salzabwässern, die ins Gewässer geleitet werden dürfen. Der fehlende Regen ist das eine Problem. Dazu kommt: Den zweiten Entsorgungsweg, die umstrittene Verpressung in tiefe Gesteinsschichten, hatte das Regierungspräsidium Ende 2015 wegen nicht erfüllter Auflagen mit Blick auf Grund- und Trinkwasserschutz für das laufende Jahr scharf zurückgefahren. Mit einer neuen Versenkgenehmigung wird im Laufe des Sommers gerechnet

Die Standorte Unterbreizbach und Hattorf mussten die Produktion an bislang 49 Tagen einstellen, zuletzt für drei Wochen im Mai. Das hat laut K+S zur Reduzierung der Förderung um 400 000 Tonnen geführt. Dieser Rückstand sei nicht mehr aufzuholen. An beiden Standorten wird laut K+S nun wieder kurzgearbeitet. In der Spitze waren 1000 Mitarbeiter betroffen, davon 650 in Hessen. Den Quartals- und Halbjahresbericht will K+S am 11. August vorlegen. 

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