Arbeiten im Mercedes-Werk Kassel

Daniel Opfer und Nils Bade sind Landesbeste in ihrer Ausbildung

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In der Ausbildungswerkstatt: Nils Bade (links) und Daniel Opfer stehen im Mercedes-Werk Kassel vor einem Roboter, an dem beide gearbeitet haben. 

Kassel. Die Ausbildung im Kasseler Mercedes-Werk ist kein Selbstläufer. Doch für Daniel Opfer und Nils Bade hat sie sich gelohnt: Die beiden schlossen ihre jeweilige Ausbildung als Landesbester ab.

Drei Jahre voll Arbeit, Lernen und Prüfungen: Für Daniel Opfer und Nils Bade hat sich die Zeit gelohnt. Die beiden erhielten als Landesbeste eine Auszeichnung der Industrie- und Handelskammer (IHK). „Da wir mit viel Leidenschaft und großem Interesse bei der Sache waren, fiel uns die Prüfung dann auch nicht so schwer“, sagen die beiden Landesbesten, die nur knapp hinter den Bundesbesten liegen.

Dabei war für Daniel Opfer nicht von Beginn an klar, dass er eine Ausbildung absolvieren möchte. „Nach meinem Abitur habe ich zunächst Physik studiert. Aber ich habe gemerkt, dass mich der Beruf des Elektronikers viel mehr reizt“, sagt der 27-Jährige, der sich für die Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik bei Mercedes entschieden hat. Ausschlaggebend sei der gute Ruf des Autokonzerns sowie die von der Firma garantierte Übernahme nach Ausbildungsende gewesen.

Opfer habe die Ausbildung, die er als „Frühauslerner“ in drei statt dreieinhalb Jahren abgeschlossen hat, viel Spaß gemacht. „Wir waren sechs auszubildende Elektroniker und haben als Gruppe intern und freiwillig beschlossen, eine Kurzschlusskasse einzuführen“, erklärt er. Für jeden Fehler, der den Azubis unterlaufen ist, zahlten sie einen, für jeden Kurzschluss drei Euro. „Die Kasse hat uns motiviert, aus unseren Fehlern zu lernen. Von dem Geld sind wir anschließend gemeinsam Essen gegangen“, sagt Opfer.

Während der Ausbildung, in der die Lehrlinge zunächst eineinhalb Jahre in der Ausbildungswerkstatt und anschließend weitere eineinhalb Jahre in dem jeweiligen Fachbereich von Mercedes arbeiteten, hat Daniel Opfer zweimal am Solar-Cup teilgenommen – mit Erfolg. 2015 erreichte die Gruppe der sechs Azubis den zweiten Platz, 2014 gewann sie sogar das Turnier um das beste solarbetriebene Modellauto. „Das war eine tolle Erfahrung und hat mich in der Ausbildung weitergebracht“, sagt Opfer.

Auch Nils Bade war mit seiner Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker mehr als zufrieden. „Die Ausbildung war der richtig Schritt für mich“, sagt der 24-Jährige, dessen gefertigte Arbeiten schon auf deutschen Straßen zu finden sind. „Ich habe Radsitze produziert, also Zahnräder für Achsen“, sagt Bade.

Bei der Abschlussprüfung, die aus einem Theorie- und einem Praxisteil bestand, war Bade nur zu Beginn nervös. „Wenn man dann die Aufgaben sieht, verfliegt die Anspannung schnell“, sagt er.

Bei der praktischen Prüfung musste Bade einen betrieblichen Auftrag erfüllen: Eine komplexe Anlage sollte so umprogrammiert werden, dass die Maschine ein anderes Bauteil produziert. „Nils hat die Aufgabe sehr gut gelöst“, sagen die Ausbildungsmeister Jürgen Söder und Martin Egerer, die die beiden Azubis betreut haben.

„Wir sind auf unsere Auszubildenden stolz“, sagt Söder. „Fast alle unserer Azubis erhielten in der Abschlussprüfung die Noten eins und zwei.“ In diesem Jahr werden rund 150 Lehrlinge im Mercedes-Werk in Kassel ausgebildet, von denen 50 mit Sicherheit einen Arbeitsvertrag angeboten bekommen – wie auch Daniel Opfer und Nils Bade, die mittlerweile fest bei Mercedes angestellt sind. Beide sind sich sicher: „Die Ausbildung war definitiv die richtige Entscheidung“.

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Rudi37
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In einer ordentlichen Firma kann man auch etwas ordentliches lernen.

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