Ampeln oft nicht benutzt

Nach tödlichem Unfall an Wolfhager Straße: Fußgänger unterschätzen Gefahr

Schnell über die Straße: Oftmals nutzen Fußgänger die Ampeln an der Wolfhager Straße im Rothenditmolder Ortskern nicht, sondern überqueren die Straße ohne Querungshilfe. Foto:  Meyer

Rothenditmold. Vier Ampeln auf knapp 400 Metern: Was in Rothenditmold die Nerven der Autofahrer strapaziert, dient zur Sicherheit der Fußgänger. Die nutzen sie allerdings oft nicht.

Trotzdem ist es ein alltägliches Bild, dass gerade in Höhe Philippistraße Fußgänger die Wolfhager Straße nicht an den Ampeln überqueren, sondern einfach über die Straße laufen, beispielsweise um die Bushaltestelle Engelhardstraße oder die Apotheke zu erreichen.

So auch am Dienstagabend: Ein 77-Jähriger überquerte die Wolfhager Straße in Höhe der Apotheke und wurde dabei von einem Auto erfasst. Der Mann starb später aufgrund seiner schweren Verletzungen im Klinikum Kassel.

Der am Unfall beteiligte Autofahrer, ein 25-Jähriger aus Kassel, war mit seinem grauen Nissan stadtauswärts unterwegs gewesen. In Höhe der Philippistraße ereignete sich der Unfall. Der Autofahrer gab an, den dunkel gekleideten Fußgänger viel zu spät gesehen zu haben.

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne), der für die Verkehrsentwicklung zuständig ist, hatte bereits 2014 Tempolimits auf Kassels Hauptstraßen gefordert. Darunter fiel auch das Stück der Wolfhager Straße, das durch den Rothenditmolder Ortskern führt. Oberbürgermeister Bertram Hilgen hatte diesen Vorstoß damals abgelehnt.

Zur Frage, an welchen Stellen im Stadtgebiet gesetzlich Tempolimits eingerichtet werden können, erklärt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich, dass beispielsweise die baulichen Gegebenheiten Tempo 30 erfordern müssen. Grund dafür kann eine sehr schmale Fahrbahn sein, bei der beispielsweise im Begegnungsverkehr auf den Gehweg ausgewichen werden muss.

Ein weiterer Grund ist möglicherweise ein erhöhtes Unfallvorkommen. Das sei an der Wolfhager Straße in dem Bereich nicht der Fall, heißt es von der Polizei Kassel. In den vergangenen fünf Jahren, habe es dort nur einen Unfall mit einem Fußgänger gegeben.

Ein Tempolimit kann auch erlassen werden, wenn eine Kindertagesstätte oder eine Grundschule direkt an der Straße liegen.

Das trifft mit der Valentin-Traudt-Schule auf die Wolfhager Straße in Rothenditmold zu. In dem Fall habe die Stadt Kassel aber auf ein Tempolimit verzichtet, so Happel-Emrich, weil direkt vor dem Ausgang der Schule eine Ampel ein sicheres Überqueren der Bundesstraße ermögliche.

Das sagt der Ortsvorsteher 

Auch für Ortsvorsteher Rolf Lösking ist es nicht neu und ein alltägliches Bild, dass die Wolfhager Straße nicht nur an den Ampeln überquert wird. „Ich glaube, dass es gerade morgens und im Feierabendverkehr in dem Bereich kaum möglich ist, schneller als 30 km/h zu fahren“, so Lösking. Dafür seien in dem Bereich einfach zu viele Autos unterwegs. Die vier Ampeln in dem Bereich sorgen zwar für eine starke Verkehrberuhigung. Aber die Gefahr wird von den Fußgängern oftmals unterschätzt.

Fußgänger stirbt bei Unfall auf Wolfhager Straße

Die Polizei bittet weiterhin Zeugen, die Hinweise zum Unfallgeschehen an der Wolfhager Straße geben können, sich unter der Telefonnummer 0561/ 91 00 zu melden.

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