Gründer der Drogenhilfe Nordhessen tot - Pedina starb 70-jährig

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Horst Pedina war Gründer und zuletzt auch Geschäftsführer des Fair-Kaufhauses.

Kassel. Der Gründer und langjährige Geschäftsführer der Drogenhilfe Nordhessen und spätere Geschäftsführer des Fair-Kaufhauses starb am 28. November an Herzversagen.

Horst Pedina, der Gründer und langjährige Geschäftsführer der Drogenhilfe Nordhessen ist tot. Er starb im Alter von 70 Jahren. Zuletzt war Pedina Geschäftsführer des Fair-Kaufhauses, das er entwickelt und 2008 an der Philippistraße eröffnet hatte. In den Räumen des Fair-Kaufhauses hatte er noch vor einem Monat, am 12. November, im Kreis seiner Familie und Freunden und Kollegen seinen 70 Geburtstag gefeiert.

Der gebürtige Hamburger hatte zunächst Kaufmann gelernt und schließlich auf dem zweiten Bildungsweg studiert, um Sozialarbeiter zu werden. „Im sozialen Bereich zu arbeiten und sich hier vor allem Menschen mit Drogenproblemen zu widmen, hat Horst Pedina als seine Berufung empfunden“, sagt seine Nachfolgerin bei der Drogenhilfe und befreundete Kollegin Angela Waldschmidt.

Nach einer beruflichen Station in Mannheim kam Horst Pedina 1974 nach Kassel, wo er beim Diakonischen Werk Kassel Stadt und Landkreis anfing. Mit der Einrichtung einer Teestube mit Beratungszentrum am Scheidemann-Platz wurde der Grundstein für die gesamte spätere Drogenhilfe Nordhessen gelegt. Sie wurde von Horst Pedina mit seinem Kollegen Heiner König gegründete und als gemeinsame Geschäftsführung geleitet. 25 Jahre später, 1999, erhielten Pedina und König dafür die Ehrennadel der Stadt Kassel. Der Verein beschäftigt heute 175 Mitarbeiter und verfügt über mehrere Einrichtungen von der Beratungs- bis zur Notschlafstelle. In seiner Laudatio attestierte der damalige Oberbürgermeister Georg Lewandowski Pedina „Mut und Fantasie“.

Als Pedina 2008 die Geschäftsführung der Drogenhilfe abgab, realisierte er umgehend das nächste visionäre Sozial-Projekt: das Fair-Kaufhaus, das er in Rothenditmold eröffnete. Die Idee besteht darin, Gebrauchtwaren aus Spenden zum kleinen Preis zu verkaufen und mit möglichen Gewinnen soziale Einrichtungen, allen voran die Drogenhilfe, zu unterstützen. Denn auch das gehört zur Biografie Horst Pedinas: der permanente Kampf um Mittel, Räume und Unterstützer.

„Er war ein großer Kämpfer“, sagt Angela Waldschmidt. Gleichzeitig habe ihn Ruhe und Ausgeglichenheit ausgezeichnet. Seine artistischen Talente bestanden darin zu jonglieren und gleichzeitig einen Spagat machen.

Horst Pedina hinterlässt seine Frau Sylvia Beer-Pedina, Sohn und Enkeltochter.

Die Trauerfeier findet am Montag, 14. Dezember, 10 Uhr, in der Kapelle des Friedhofs Harleshausen, Wegmannstraße, statt.

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