Museum hofft auf Raritäten

Henschelgelände: Hochkarätige Exponate könnten kommen - wenn Eigentümer mitmacht

Bis auf den Triebkopf komplett in Kassel gebaut: Der ICE Experimental aus den 1980er Jahren könnte im Technikmuseum ausgestellt werden. Das Foto entstand auf dem Betriebsgelände von Thyssen Henschel.

Rothenditmold. In den nächsten Wochen muss eine Entscheidung darüber fallen, ob das Technikmuseum Kassel weitere hochkarätige Ausstellungsstücke bekommt.

Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich um Meilensteine der Eisenbahngeschichte, die alle einen Bezug zu Kassel haben. „Wir könnten einen von zwei ICE-Prototypen haben, der andere steht in München“, sagt Bernd Scott, Geschäftsführer des Technikmuseums. Bis auf den Triebkopf wurde der Zug vor gut 30 Jahren komplett bei Thyssen-Henschel in Kassel gebaut.

Ebenfalls in der Warteschlange steht einer der legendären Rheingold-Panoramawagen (bei Wegmann gebaut) sowie die mit 4000 PS stärkste Diesellok, die je bei Henschel produziert wurde.

Drache und Transrapid

Bei Wegmann gebaut: Der Panoramawagen Rheingold aus den 1960er Jahren müsste restauriert werden.

Diese Ausstellungsstücke würden die ohnehin schon herausragende Sammlung in den ehemaligen Henschelhallen sehr gut ergänzen. Vom Nachbau der ersten Henschllok, dem Drache, bis zum Transrapid und Oldtimer-Straßenbahnen der KVG kann man hier Schienentechnik aus Kassel sehen.

Die stärkste Diesellok, die Henschel jemals gebaut hat: Dieses Modell der V 320 könnte ebenfalls inach Kassel ins Museum kommen.

„Was uns fehlt, ist eine klare Aussage des Eigentümers über die Zukunft des Geländes und die Nutzungsmöglichkeit der Hallen“, sagt Axel Freitag vom Vorstand des Technikmuseums.

Mit diesem Problem ist der ehrenamtliche Betreiberverein nicht allein. Vom Henschelmuseum über den Skaterverein Mr. Wilson bis zu den Künstlern unter dem Dach des Netzwerks Hammerschmiede warten alle Nutzer des ehemaligen Henschelareals auf ein Signal des Vermieters. „Da kommt seit Monaten gar nichts“, sagt Axel Freitag. Eigentümer des 100 000 Quadratmeter großen Areals ist der Immobilinverwalter Grand City Property mit Sitz auf Zypern.

Fördermittel auf Eis

Was der mit dem Gelände machen will, ist bislang unklar. Die Nutzer würden gern langfristige Mietverträge abschließen. Das wäre auch wichtig, um Fördermittel abrufen zu können. Die sind teilweise schon zugesagt, liegen aber wegen der ungeklärten Mietverhältnisse auf Eis.

Gespräche laufen

In den vergangenen Monaten hat es mehrere Vorstöße der Stadt gegeben, die auch über die Wirtschaftsförderung versucht hat, zu vermitteln. Bislang hat der Eigentümer nach HNA-Informationen keine Zusagen gemacht. Die Stadt habe bereits zweimal vermittelt, dazu sei man auch weiterhin bereit“, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. Derzeit liefen Gespräche, über den Inhalt könne er noch nichts sagen.

Das nährt die Hoffnung bei allen Beteiligten, dass es vielleicht schon bald eine tragfähige Lösung für die Nutzung des Geländes gibt. Im Zusammenhang mit der Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt könnte es ein Mosaikstein bei den Pluspunkten für Kassel sein.

Mit diesem Video machen die Anlieger des Henschelgeländes, Künstler, Vereine, das Technikmuseum, darauf aufmerksam, dass die Zukunft des Areals ungewiss ist. Denn was der Eigentümer, die Grand City Property mit Sitz auf Zypern, damit vorhat, ist derzeit unklar.

HNA-Video: Besuch auf dem alten Henschel-Gelände

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