Eigentümer erwägt Alternativen

Pötter steht weiter leer: Traditionslokal ohne Betreiber

Wie im eigenen Wohnzimmer: Wirtin Helga Riede im Jahr 2010 in der Gaststätte Pötter, die sie 40 Jahre lang betrieb. 2012 ging sie in den Ruhestand, seitdem steht das Gasthaus im Rothenditmolder Ortskern leer. Archivfoto: Herzog

Rothenditmold. Ein trauriger Anblick: Seit Wirtin Helga Riede vor vier Jahren in den Ruhestand gegangen ist, steht die Gaststätte Pötter im Kasseler Stadtteil Rothenditmold leer.

„Es war wie mein Wohnzimmer“, erzählt Helga Riede. Eine gemütliche Ecke zum Sitzen, der große Tisch, Erinnerungsstücke an der holzgetäfelten Wand, die Theke - da fühlt man sich wie zu Hause. Die 74-Jährige hat die Gaststätte Pötter an der Philippistraße über 40 Jahre geführt.

Das Gasthaus Pötter befand sich ursprünglich an der Naumburger Straße ebenfalls im Ortskern des Stadtteils Rothenditmold – bevor die Familie Pötter das heutige Gasthaus an der Philippistraße kaufte. Übernommen hat Riede das Lokal dann von den vorherigen Betreibern Armin Wolke und Inge Schlosshauer. Damals war die Gaststätte noch ein Tanzlokal. Riede machte es zur Speisewirtschaft. Morgens ab 8 Uhr stand sie in der Küche, um das Mittagessen vorzubereiten. Ab 10 wurde geöffnet. „Ich habe immer selbst gekocht und gleichzeitig auch hinter der Theke gestanden“, erzählt die 74-Jährige.

Nur zu besonders großen Feiern kamen Aushilfen zur Unterstützung. Im Gasthaus gab es 140 Plätze, weitere 50 standen im großen Saal zur Verfügung.

Besonders beliebt bei den Gästen, die vielfach auch aus der gesamten Region kamen, waren vor allem die jährlichen Gänseessen. Riede kochte alles selbst.

Nicht leichtgefallen

„Ich hab’ das immer gerne gemacht“, sagt die Rentnerin. Der Abschied sei ihr nicht leichtgefallen, obwohl es oft schwierig gewesen sei, als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern auch noch eine Gastwirtschaft zu führen. Ihre heute erwachsenen Kinder hätten ihr dann auch gesagt, dass es Zeit für die Rente sei.

Helga Riede war jeden Tag von früh bis spät in der Gaststätte gewesen. Außer dienstags, da war bei Pötters Ruhetag. Die Wirtin kommt noch oft nach Rothenditmold, da sie hier viele Freunde und Bekannte hat. Umso trauriger ist es für sie zu sehen, dass das Gasthaus auch nach vier Jahren noch immer leer steht.

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