Tag der Offenen Tür

Volldampf für Henschel: Kampf für Standort in Rothenditmold

Mit Dampfkraft voraus: Mit seinem Oldtimer-Traktor war Busso Henneke zur Freude von Maxi (links) und Florian unterwegs.

Rothenditmold. Das ehemalige Henschelgelände in Rothenditmold hat eine beeindruckende Vergangenheit als Industriestandort mit Tausenden von Mitarbeitern. Auch die Gegenwart kann sich sehen lassen.

Das wurde am Wochenende beim Tag der offenen Tür deutlich, an dem sich das Technikmuseum, der Skaterverein Mr. Wilson sowie die Musiker und Künstler des Netzwerks Hammerschmiede beteiligten. „Worüber wir uns Sorgen machen, ist die Zukunft des Geländes“, sagt Ruth Lahrmann, die seit 13 Jahren als Bildhauerin ein Atelier im Gebäude der ehemaligen Hammerschmiede von Henschel hat.

Mit dem Tag der offenen Tür wollen die Nutzer des Areals auf die Entwicklungsmöglichkeiten aufmerksam machen. Auf einer riesigen Fläche von 100 000 Quadratmetern stehen noch die ehemaligen Fabrikhallen.

Einmalig in Deutschland

Die denkmalgeschützten Gebäude bezeichnet Bernd Scott vom Technikmuseum Kassel, das zwei der Hallen bespielt, als einmalig in Deutschland. Platz für weitere Aktivitäten wäre genug da.

Musik vor der Hammerschmiede: Auf diesem ungewöhnlichen Instrument, einer Wasserharfe, spielte der Musiker, Geräuschemacher und Filmtonmeister Tobias Böhm. Fotos: Fischer

„Wir hatten in den vergangenen Jahren um die 150 Anfragen von Kulturschaffenden, die hier etwas machen wollen“, sagt der Musiker Tobias Böhm. Die müsse man immer wieder vertrösten. Das hängt mit den wechselnden Besitzverhältnissen auf dem alten Henschelgelände zusammen. Eigentümer ist aktuell der Immobilienverwalter Grand City Property mit Sitz auf Zypern. Was der mit dem Gelände vorhat, ist unklar. Neue Mietverträge wurden bislang nicht abgeschlossen. In die Verhandlungen hat sich Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) eingeschaltet. Auch die Denkmalbehörde hat das Gelände im Blick. Teilweise wuchsen aus dem alten Mauerwerk schon Büsche und sogar junge Birken.

Großes Potenzial

Trotz all dieser Einschränkungen hat das Gelände für verschiedene Nutzungen ein großes Potenzial. Darauf wollten die Veranstalter mit dem Tag der offenen Tür aufmerksam machen. Das ist ihnen zweifellos gelungen. Das Angebot der Musiker, Künstler sowie des Skatervereins Mr. Wilson sprach in erster Linie ein junges Publikum an. Das schaute sich aber auch im Technikmuseum um, wo gerade eine Sonderausstellung zum 125-jährigen Geburtstag der Kasseler Berufsfeuerwehr läuft. Passend dazu gab es Vergleichswettkämpfe von Freiwilligen Feuerwehren auf dem Außengelände.

Tag der offenen Tür auf dem Henschelgelände

Nur wenige Meter davon befinden sich die Ateliers und Probenräume der Musiker. Auch die machten mit Vorführungen und kleinen Konzerten deutlich, was das alte Henschelgelände alles zu bieten hat.

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