Black Pants ist Ausgründung der Uni

"On Rusty Trails": Kasseler Studio legt neues Computerspiel vor

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Im echten Leben wie in der Virtual Reality: Die Computerspiel-Entwickler Florian Masuth (links) und Christian Niemand mit Elvis, dem Helden ihres neuen Spiels „On Rusty Trails“.

Kassel. Es donnert, pufft und zischt, und Elvis muss mittendurch. So sieht es aus in der Welt eines neuen Computerspiels, das die Kasseler Computerspielschmiede Black Pants entwickelt hat.

Gegründet haben sie Studenten 2012 an der Kasseler Universität. Namensgeber des Studios ist eine mysteriöse Unterhose, die im ersten Spiel vorkam. Christian Niemand und Florian Masuth sind Teil des sechsköpfigen Teams.

In der Welt des neuen Spiels „On Rusty Trails“ hagelt es Meteoriten. Einer schlägt mitten in das Haus von Elvis ein. Mit seinem Garantieschein will der kleine Roboter bei der Baufirma ein neues einfordern. Auf dem Weg dorthin muss der Spieler Elvis auf rostigen Pfaden („On Rusty Trails“) durch die zerstörte Landschaft steuern. Premiere hatte das Spiel in Kassel im „Kafé Neu“ an der Frankfurter Straße.

Außergewöhnliche Grafik

Sogenannte Plattformspiele, bei denen der Spieler eine Figur durch einen Parcours leiten muss, seien eigentlich ein alter Hut. Es ist die Grafik, die dem Spiel das Außergewöhnliche gibt. Mit Sprechblasen erinnert sie an Comics. Sie stammt aus der Feder ehemaliger Kasseler Kunsthochschulstudenten.

Die Firma war nicht unbedingt das Ziel, erklärt Mit-Geschäftsführer Niemand. „Wir brauchten sie einfach, um unsere Projekte umzusetzen.“ Mit zwei Kommilitonen hatte der Informatikstudent damals eine eigene virtuelle Umgebung für Computerspiele entwickelt. Die sogenannte Engine. Das ist das technische Herzstück und wird üblicherweise zugekauft. Black Pants kreierte sie selbst.

Heute entwickeln die ehemaligen Studenten ihre Computerspiele hauptberuflich in Kassel und Berlin, wo die Firma ihren Hauptsitz hat. Um weiterhin unabhängig entscheiden zu können, verzichten sie auf Investoren.

Fünf Spiele haben die Entwickler mittlerweile auf den Markt gebracht und damit Preise abgeräumt. Die Preisgelder helfen dem Studio, sich auf dem weltweiten Computerspielmarkt zu behaupten, erklärt Niemand. Es sei nicht einfach, im virtuellen Supermarkt der Computerspiele sichtbar zu werden.

Die meisten Käufer der Spiele von Black Pants leben in den USA. Deshalb, erklärt Anglistik- und Amerikanistikstudent Florian Masuth, stehe in den Sprechblasen von Elvis Englisch. Übersetzen lassen die Unternehmer ihre Spiele aber in bis zu zehn Sprachen, darunter Japanisch und Chinesisch. Manchmal gibt es auch eine deutsche Version.

Bei der Frage nach der Zukunft stehen zwei Buchstaben groß im Raum: VR, Virtual Reality. Mit einer klobigen Brille wird der Spieler dann selbst in die Spielwelt geschickt. Christian Niemand forscht an der Uni Kassel im Fachgebiet Technische Informatik seit Juni auch als Doktorand.

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