"Ich sah nur noch etwas Dunkles auf mich zukommen"

Rutsche im Auebad: Mann bei Zusammenstoß verletzt

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Kurvenreich: So sieht die Rutsche des Auebads von außen aus.

Kassel. Friedhelm Schmidt prallte in der Rutsche im Auebad mit zwei Jugendlichen zusammen. Dabei trug er eine Wunde und Kopfschmerzen davon. Jetzt übt er Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen.

Friedhelm Schmidt aus Kassel rechnete mit nichts Bösem, als er am Dienstag, 29. März, mit seiner neunjährigen Tochter in die Rutsche im Auebad stieg. Dort traf es ihn jedoch sprichwörtlich aus heiterem Himmel. „Ich sah nur noch etwas Dunkles auf mich zukommen“, berichtet Schmidt. In der Rutsche hielten sich unerlaubterweise zwei Jugendliche auf, die mit Schmidt zusammenprallten. Dieser trug eine Wunde und Kopfschmerzen davon. „Ich war total schockiert“, sagt Schmidt. Seitdem hätten ihm Freunde von ähnlichen Erlebnissen berichtet.

Trotz Sicherheitsvorkehrungen wie einem Ampelsystem und der Videoüberwachung war es zu dem Unfall gekommen. Das Ampelsystem soll anzeigen, ob die Rutsche frei ist. Sobald die Badegäste die Schranke am Ende der Rutsche passiert haben, wird die Ampel am Eingang grün. Die beiden Jugendlichen, die sich verbotenerweise in der Röhre befanden, waren zuvor mit einem weiteren Freund auf einem Ring runtergefahren.

Nachdem aber nur einer mit dem Ring die Schranke passierte, zeigte die Ampel automatisch grünes Licht. Daraufhin stiegen Schmidt und seine Tochter ein. „Das kann nicht sein, dass der Aufenthalt in einer Rutsche zu einer Art Mutprobe verkommt“, sagt Schmidt zum Verhalten der Jugendlichen, die sich im Nachhinein bei ihm entschuldigt hätten. „Ich möchte mein Kind alleine ins Auebad schicken, ohne Angst haben zu müssen.“

Da Schmidt keinen Unfallbogen ausfüllte, weil er noch „unter Schock stand“, hatte der Vorfall für die Jugendlichen keine Konsequenzen. Der Kasseler argumentiert, dass in jedem Fall eine Schwimmaufsicht am Ende überprüfen müsse, ob tatsächlich auch alle wieder aus der Rutsche herauskommen. Damit sei Sicherheit für die Badegäste gewährleistet.

Die Städtischen Werke entgegnen, dass das nicht möglich sei. Michael Oelemann, Leiter der Unternehmenskommunikation des Konzerns, führt aus, dass man „solche Spielereien“ nicht verhindern könne. Die Zahlen tatsächlicher Unfälle seien verschwindend gering und deswegen nicht erhoben worden. Außerdem würden die Rutschen jährlich durch den TÜV kontrolliert. „Mehr Sicherheit geht nicht“, so Oelemann.

Auf Nachfrage zeigt sich, dass die Sicherheitsvorkehrungen in anderen Kasseler Schwimmbädern nicht umfangreicher sind.

Die Kurhessen Therme gibt an, dass sich in den letzten drei Jahren lediglich sechs Unfälle zugetragen haben. „In der Regel ist die Ursache ein Eigenverschulden“, erklärt Christoph Jakob, Badeaufsicht der Therme. Bei Ermahnungen seien die meisten Badegäste einsichtig.

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