Anlieger reagierten mit Schrecken

Nach Schießerei am Stern: „Willkommen in Texas“

Der Tatort: Vor der Bäckerei von Antonio Basak wurde ein 25-Jähriger aus Algerien ins Bein geschossen. Zuvor hatte sich das Opfer mit einem dieser Stühle gewehrt. Die 22-jährige Nosiaba Tahir, die in der Bäckerei arbeitet, reagierte mit Schrecken auf die Schüsse. Fotos:  Fischer

Kassel. Nach den Schüssen auf offener Straße und am helllichten Tag am Freitag mitten in Kassel sind Anwohner des Sterns verunsichert.

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Antonio Basak stand Freitagmittag in seiner Bäckerei, als er sah, dass sich vor seinem Laden zwei Männer streiten. „Die waren wohl aus Richtung Königsplatz gekommen“, sagt Basak. Zunächst beobachtete der Geschäftsmann, wie die Streithähne mit seinen Stühlen, die vorm Geschäft stehen, geworfen hätten. Dabei wurde auch sein Schaufenster beschädigt.

Das sei aber alles innerhalb von Sekunden geschehen. Plötzlich habe er zwei Schüsse gehört. „Ich wollte rauslaufen und helfen“, sagt Basak. Aber einige Kunden hätten ihn zunächst zurückgehalten. „Die hatten Angst. Die dachten an eine Bombe, an einen Terroranschlag.“

Er selbst habe zwar keine Angst gehabt, sagt Basak, aber Schüsse am helllichten Tag seien schon sehr außergewöhnlich. „Willkommen in Texas“, sagt der Bäcker, der sich schließlich doch von seinen Kunden losreißen und vor die Tür laufen konnte. Er kenne weder Opfer noch Täter.

Die 22-jährige Nosiaba Tahir arbeitet auch in der Bäckerei, hat von den Schüssen aber selbst nichts mitbekommen. Nichtsdestotrotz hat die junge Mutter am Freitagnachmittag einen großen Schrecken bekommen, als ihr die Kollegen davon berichteten. Schlägereien habe sie schon oft mitbekommen.

„Aber eine Pistole ist zu krass. Das ist fürchterlich und gruselig. Mitten in der Stadt. Man fühlt sich nirgends mehr sicher.“ Zu diesem Zeitpunkt wusste die Frau noch nicht, dass die Tat wohl ihren Ursprung im Drogenmilieu hat.

Nosiaba Tahir brachte die Schüsse auch umhegend mit Terror in Verbindung. „Ich habe Angst, dass die Leute jetzt wieder Moslems in Verdacht haben“, sagt die 22-Jährige. Sie selbst ist Muslima, in Deutschland geboren und ihre Familie stammt aus Algerien.

Derzeit sei alles sehr schwer. Viele ihrer Freunde hätten Angst, sagt die 22-Jährige. „Alles wird auf uns geschoben.“ Nosiaba Tahiar macht sich Sorgen um die Zukunft. „Es gibt keine Sicherheit mehr in Deutschland.“

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