Lappalie eskalierte

Schlägerei am 1. Mai: Geldstrafen für Vater und Sohn

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Kassel. Ein 62-jähriger Mann aus Vellmar und sein 29-jähriger Sohn sind am Mittwoch vor dem Kasseler Amtsgericht unter anderem wegen Körperverletzung zu Geldstrafen verurteilt worden.

Der Vater muss 90 Tagessätze á zehn Euro und der Sohn 60 Tagessätzen á 60 Euro zahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Männer am 1. Mai 2015 auf eine Gruppe von Frauen auf einem Waldweg am Parkplatz Firnskuppe zwischen Ahnatal und Kassel eingeschlagen haben. Zuvor hatte es einen verbalen Streit mit den Wanderinnen gegeben, die den Sohn um mehr Rücksicht gebeten hatten, nachdem dieser zu nah mit dem Rad an ihnen vorbeigefahren war.

„Das war keine glorreiche Stunde, da sind mit Ihnen die Pferde durchgegangen“, sagte Richter Leyhe am Mittwoch zu dem 62-jährigen Angeklagten aus Vellmar, nachdem er ihn wegen Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung zu einer Geldstrafe von 900 Euro (90 Tagessätze á zehn Euro) verurteilt hatte.

„Und auch Sie sind über das Ziel hinausgeschossen“, sagte der Amtsrichter zu dem 29-jährigen Sohn, der mit dem Vater auf der Anklagebank saß. Der Jüngere wurde letztlich wegen vorsätzlicher und versuchter Körperverletzung sowie Nötigung zu 3600 Euro (60 Tagessätze á 60 Euro) verurteilt. Zwar habe der Sohn am Ende der Schlägerei deeskalierend auf seinen Vater eingewirkt, aber erst durch sein Verhalten sei alles überhaupt soweit gekommen.

Einig waren sich alle Beteiligten darüber, dass es am 1. Mai 2015 auf dem Waldweg in Nähe des Parkplatzes Firnskuppe an der Rasenallee zu einer Eskalation zwischen Radfahrern und Wanderinnen gekommen war. Es wurde beleidigt und geschlagen.

Sieben Versionen

Wer genau was gesagt und wer wen zuerst angegriffen hat, darüber bekam das Gericht am Mittwoch gleich sieben verschiedene Versionen geschildert. Von beiden Angeklagten und deren Frau beziehungsweise Mutter sowie von den vier Wanderinnen, von denen drei Opfer wurden.

Dem Richter reichten für die Verurteilung der Männer allerdings deren Einlassungen aus. Demnach waren die vier Frauen nachmittags auf dem Waldweg unterwegs. Von hinten sei plötzlich der jüngere Radfahrer gekommen. Offenbar fuhr er zu dicht an den Frauen vorbei. Jedenfalls nach dem Geschmack einer 41-jährigen Polizeibeamtin, die mit ihrer Frau und zwei Freundinnen unterwegs war. Sie habe dem Jüngeren hinterhergerufen, dass er Rücksicht nehmen solle, schilderte die Frau im Zeugenstand. Daraufhin habe dieser sich umgedreht, ihr gesagt, sie solle ihr „Maul halten“ und sie auf sexueller Basis beleidigt. Dann sei sie zu dem Mann gelaufen und habe zu ihm gesagt: „Was willst Du, Du kleiner Wichser?“, woraufhin dieser sie gegen die Schläfe geschlagen habe.

Der 29-Jährige hatte hingegen behauptet, dass die Frau ihm fast ihren erhobenen Finger ins Gesicht gebohrt habe. Dies habe dazu geführt, dass er ihre Hand weggedrückt habe, woraufhin die Frau seinem Vater, der ihm zur Hilfe geeilt sei, die Brille aus dem Gesicht geschlagen habe.

Fest steht, dass der Vater bei der Schlägerei ein Brillenglas verloren hat. Ob dies gleich am Anfang passiert ist oder später, als er auf der am Boden liegenden Polizeibeamtin lag, diese festhielt und permanent auf sie einschlug, wurde nicht geklärt. Dort soll der 62-Jährige, dem bei der Attacke der Speichel aus dem Mund gelaufen sein soll, auch mehrmals gerufen haben, dass er alle kalt beziehungsweise platt mache.

Bei dem Gerangel wurde zudem die 39-jährige Frau der 41-Jährigen verletzt. Eine Freundin der beiden sagte aus, dass sie Angst gehabt habe, dass die beiden tot geschlagen würden. Letztlich waren die Verletzungen der beiden Frauen dann aber doch nicht so schwer.

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