In Kassel wächst die Zahl der Friseurgeschäfte – Trend zu kleineren Läden

Schnitt auf Schritt und Tritt

Alexandra Kaske-Diekmann

Kassel. Ein halbes Dutzend Friseurgeschäfte auf einem Straßenabschnitt von nicht einmal einem Kilometer Länge: Die Frankfurter Straße in der Südstadt erscheint einem wie eine „Straße der Friseure“. Doch sie ist nicht die einzige Friseur-Meile in Kassel. „Es gibt weitere prägnante Straßen“, sagt Alexandra Kaske-Diekmann, die Obermeisterin der Kasseler Friseur-Innung: „Auch die Friedrich-Ebert-Straße hat Streckenabschnitte mit einer auffallend hohen Dichte an Friseurgeschäften.“ Sowohl Traditionsgeschäfte als auch neue Läden reihten sich an der Friedenskirche stadtein- und stadtauswärts aneinander.

Insgesamt nimmt die Zahl der Friseur-Betriebe in Kassel langsam stetig zu, sagt Barbara Scholz von der Handwerkskammer Kassel. Waren es 1990 noch 188 Betriebe im Stadtgebiet, so sind es inzwischen 229.

Hohe Dichte an Läden

„Wir haben insgesamt eine relativ hohe Dichte an Friseurgeschäften in Kassel“, so Kaske-Diekmann. Diese sei zwar nicht so hoch wie in Berlin, aber vergleichsweise höher als in anderen Städten. Verändert habe sich in Kassel vor allem die Größe der Betriebe. Habe es vor Jahren noch zahlreiche Friseurgeschäfte gegeben mit sieben, acht Mitarbeitern, so gehe jetzt der Trend zu kleineren Geschäften bis hin zu Ein-Mann- beziehungsweise Ein-Frau-Betrieben. Ein Grund für diese Strukturveränderung sei auch, dass nicht mehr genügend junge Menschen für die Ausbildung zur Verfügung stünden. „Dabei haben wir einen tollen, kreativen Beruf“, schwärmt Kaske-Diekmann von ihrer Profession.

Ein Grund, warum es in den Stadtteilen um die Innenstadt herum vermehrt Geschäfte gibt, seien die für viele zu hohen Ladenmieten in der City.

Kein Problem mit einer hohen Friseur-Dichte in seinem Quartier hat das Team von Head Couture. Vor einigen Jahren hatte es seinen Standort geändert und war an der Friedrich-Ebert-Straße stadtauswärts gewandert, wo es heute in größeren Räumen am Bebelplatz seine Adresse hat. „Wir wollten der Straße und dem Quartier treu bleiben“, sagt Hans Krüger von Head Couture. Für die Kunden seien viele Friseure an einem Ort durchaus von Vorteil, meint er. „Die suchen sich ihren Friseur aus.“ Früher sei es üblich gewesen, dass es Stadtteile gab, in denen ein Handwerk dominierte. Das habe auch niemandem geschadet. (chr) Archivfotos: nh

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.