Scavenger Hunt

Mit moderner Schnitzeljagd können Kasseler ihre Stadt neu entdecken

Kassel. Drei Studenten graben ein Loch am Fuldaufer. Hier soll der Schatz rein. Als Team „Casselfornication“ machen Inga Schirmer, Jan Bröckel und Lukas Lerch bei der ersten Scavenger Hunt Kassels mit.

Diese moderne Form der Schnitzeljagd läuft als Mitmachaktion noch diese Woche. Für das Spiel haben die drei Nanostrukturwissenschaftsstudenten einen Aufgabenkatalog mit 150 Anweisungen und zwei Wochen Zeit erhalten. Zum Beispiel: einen Schatz vergraben, eine Karte dafür zeichnen und die einem Fremden geben - mit offenem Ende.

Fantasie wecken

Der Schatz ist verbuddelt, jetzt machen sich die drei daran, die Karte zu zeichnen. Die eine zählt die Schritte, der andere kritzelt, der letzte sucht die Straßennamen. Den Pappbogen mit der Wegbeschreibung wollen die Studenten später auf dem Stadtfest am liebsten einem Kind in die Hände drücken. Dann noch mit einem Foto dokumentieren und schon kann das Team wieder ein Häkchen hinter eine Aufgabe setzen.

Deniz Yilmaz, Anika Seiffert und Markus Filak versenden positive Briefkastenbotschaften.

Über die Zeitung haben die Studenten von der „Jagd“ erfahren und sich spontan angemeldet. Es ginge ihnen nicht um das Preisgeld, sagt Teamkapitänin Inga Schirmer. 500 Euro sponsert die Sparkasse als Hauptgewinn. „Aber wenn wir schon mitmachen, dann richtig“. Und das heißt: raus aus der Uni und ab auf die Jagd nach Punkten. Von Mittags bis manchmal spät Abends lösen die drei Studenten Aufgaben. Die 20-Jährige besorgt schon morgens Kostüme für die Aufgabe, sich als Lieblingsmärchenfigur vor der Grimmwelt zu verkleiden. Am Ende des Tages können sie zwei bis drei Häckchen im Aufgabenkatalog setzen.

Die Schnitzeljagd kennen die Spieler aus Kindertagen. Den Spaß daran haben sie neu entdeckt. „Wir machen dadurch vieles, was wir schon immer mal machen wollten“, sagt Lukas Lerch.

Sozial und nachhaltig

Zwei Stunden später treffen sich am Königsplatz zwei weitere Teams. Sie helfen sich heute gegenseitig, auch das ist eine Aufgabe. Ihre Mission: Fremden Menschen heimlich etwas Gutes tun. Anika Seiffert zückt Zettel aus ihrem Rucksack. „Schönes Wochenende!“ steht auf einem. Die positiven Botschaften wollen sie in fremde Briefkästen stecken. „So können wir mit einer simplen Idee möglichst vielen Menschen ein Lächeln auf die Lippen zaubern“, sagt die Landschaftsarchitekturstudentin. Markus Filak schätzt die soziale Note des Spiels. Er hat sich für eine Aufgabe zur Knochenmarksspende registrieren lassen.

Das Team „Casselfornication“ hat inzwischen seine Schatzkarte den Schwestern Estelle und Jasmin Tischer in die Hände gedrückt. Die machen große Augen und tauschen die Karussellfahrt auf dem Friedrichsplatz gern gegen eine echte Schatzsuche um.

Hintergrund: Das Freizeitspiel im Schnitzeljagdverschnitt hat sich im nordamerikanschen Campusleben etabliert. In Paderborn fand vergangenes Jahr die erste Scavenger Hunt in Deutschland statt. Direkt übersetzt bedeutet Scavenger Hunt soviel wie Jagd der Lumpensammler.

Bei einer Scavenger Hunt müssen Teams aus bis zu fünf Mitspielern innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums Aufgaben lösen. Das funktioniert ähnlich wie bei einer Schnitzeljagd. Organisator Carsten Schott hat sie aus Paderborn jetzt auch nach Kassel gebracht und mit Kassel Marketing und weiteren Partnern die Aufgaben mit lokalem Bezug ausgearbeitet. Bis Sonntag Abend haben die fast 40 Teams Zeit, einen Aufgabenkatalog von 150 Anweisungen abzuarbeiten. Das Leitungsteam in Kassel kommuniziert mit den Aufgabenjägern über Facebook. Hat eine Gruppe eine Aufgabe gelöst, bringt ein Foto, hochgeladen auf dem zentralen Online-Datenspeicherdienst Dropbox, den Beweis.

Anmelden kann man sich immer noch über scavenger-hunt-ks@web.de oder www.facebook.com/Scav.Hunt.KS.

Von Valerie Schaub

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