700 Teilnehmer

Schrille Parade für gleiche Rechte zum Christopher Street Day

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Parade: 700 Teilnehmer forderten beim Christopher Street Day Anerkennung statt Toleranz.

Kassel. Frech, bunt, laut - und politisch: 700 Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle, Freunde und Unterstützer zogen am Samstagmittag vom Kulturbahnhof in einer Parade zum Christopher Street Day (CSD) durch die Innenstadt.

Sie forderten „Anerkennung statt Toleranz“. Zum Abschluss feierten Hunderte zu Live-Musik auf dem Rainer-Dierichs-Platz.

Mitglieder der Deutschen Aidshilfe warben für ihr Präventionsprojekt und verteilten Kondome, lesbische Frauen fuhren als „Rollmöpse“ mit im Zug neben vielen anderen Gruppen, die für die Anerkennung ihrer sexuellen Orientierung eintraten. „Dulden heißt beleidigen“ - ein Gruppe Kasseler Schwulen und Lesben brachte es auf den Punkt.

„Ich möchte anerkannt werden in meiner Geschlechtsidentität“, sagte die transsexuelle Eva (25) aus Kassel, die mit Blumenkranz im Haar, Hot Pants und High Heels für dieses Ziel eintrat. „Schwester Daphne“ war zur Unterstützung aus Berlin angereist. „Gleichberechtigung wird nicht in Großstädten erkämpft, sondern in der Fläche“, sagte sie.

16. Auflage

Zum 16. Mal hatte der Verein Christopher Street Day Kassel mit Holger Alexis Ewen an der Spitze die Parade im Zeichen der Regenbogenfahne organisiert, Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung. Trotz der bunten Kostüme und lauten Technobeats war ihr Ziel eindeutig: Endlich Anerkennung und die gleichen Rechte wie heterosexuelle Paare.

„Wir wollen zwar Aufmerksamkeit erregen“, sagte Tatjana Taft, die als Drag Queen mit Plastikbusen, Netzzstrümpfen und Stöckelschuhen alle Blicke auf sich zog. „Aber die politische Botschaft soll im Vordergrund bleiben“, erklärte sie.

Für Akzeptanz warben auch im Rathaus vertretene Parteien sowie Vereine und Initiativen, die mit Info-Ständen auf dem Rainer-Dierichs-Platz vertreten waren. Mit dabei waren die Deutsch-Israelische Gesellschaft und der Völklinger Kreis, ein Verband schwuler Fach- und Führungskräfte. Sein Slogan: „Verstecken kostet Kraft. Vielfalt im Unternehmen lohnt sich.“

Informationen gab es auch zum Thema Transsexualität und Geschlechtsumwandlung - und zwar aus erster Hand von einer 42-Jährigen, die diesen Weg gegangen ist. Dass das etwas ist, was man sich nach ihren Worten „nicht zum Spaß antut“, davon zeugte das umfangreiche Fotomaterial der Dortmunderin zum Thema.

Christopher Street Day in Kassel

Hinweis: Wir haben die Teilnehmerzahl nachträglich auf 700 korrigiert.

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