Schrottkarren versteigert: 60 bis 2500 Euro für sichergestellte Autos

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Michael Kornaszweski vom Autohaus Rothwesten in Fuldatal begutachtet sein neues Schnäppchen - oft tauchen nachträglich noch Mängel auf

Kassel. Platte Reifen, abgebrochene Außenspiegel und rausgerissene Felgen: Die Stadt Kassel hat auch in diesem Jahr zur Versteigerung sichergestellter Autos eingeladen.

Zur Auswahl standen sechs verschiedene Fahrzeuge, vom Golf bis zu einem Motorrad. „In der Vergangenheit hatten wir mehr Fahrzeuge im Angebot“, erzählt Claudia Fischer, Mitarbeiterin der Stadt Kassel. So erkläre sich, dass nur zwei Händler zur Auktion erschienen sind. „Mehr Fahrzeuge bedeuten auch mehr Nachfrage“, erklärt Fischer.

Der Inhalt dieses Autos liegt verstreut auf den Sitzen herum - zum Teil sind es Zigaretten, Arbeitsschuhe und Zeitschriften.

Zur Auswahl stehen Fahrzeuge, die im letzten Jahr vom Ordnungsamt sichergestellt worden sind. Es sind immer Fahrzeuge, die der Besitzer gesetzeswidrig im Straßenverkehr abgestellt hat. Nach mehrmaliger Aufforderung seitens des Ordnungsamts erfolgt die Sicherstellung und anschließend die Versteigerung mit all dem, was der Vorbesitzer zurückgelassen hat. Die Autos haben weder eine Zulassungsbescheinigung noch einen Fahrzeugschlüssel, da diese beim ursprünglichen Besitzer sind. Die Stadt macht Angaben zum Kilometerstand und Modell, sofern dies bekannt ist. Ob die Fahrzeuge fahrtüchtig sind, ist aber ein Rätsel. Davon lassen sich die Bieter nicht abschrecken. Vor allem Marko Dietz (34), Geschäftsführer der Autoverwertung Dietz, ist spezialisiert auf die Verschrottung von Autos und an Ersatzteilen interessiert. „Das Geschäft könnte aber besser laufen“, so Dietz. Niedrige Preise für Ersatzteile in Deutschland und die Tatsache, dass Rohstoffe im Moment nicht rentabel sind, würden den Gewinn schmälern. Auch Online-Plattformen wie Ebay sind Konkurrenten. „Ich bin aber öfter auf Auktionen und habe Erfahrung“, so Dietz, der fünf der sechs Fahrzeuge ersteigert hat. Die Preise lagen zwischen 60 und 250 Euro.

Wenig Interesse an Ersatzteilen scheint Michael Kornaszweski (24) zu haben. Der Autohändler hat das teuerste Auto, einen Golf für 2500 Euro, gekauft. „Wir machen den fahrtüchtig und dann gehts los“, freut sich Kornaszewski. Zunächst müssen die neuen Besitzer ihre neuen alten Fahrzeuge eigenständig abschleppen lassen und neue Fahrzeugschlüssel beim Hersteller beantragen.

Claudia Fischer zieht trotz niedriger Resonanz ein positives Fazit: „Alle Autos sind verkauft“, freut sie sich. Insgesamt hat die Stadt 3300 Euro eingenommen.

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