Lüftungsanlage musste nachgebessert werden

Kopfweh und dicke Luft im Neubau an der Heinrich-Schütz-Schule

+
Schicker Neubau: In dem Passivgebäude der Heinrich-Schütz-Schule gibt es jedoch Probleme mit der Raumluft.

Kassel. Seit einigen Jahren gibt es im Neubau an der Heinrich-Schütz-Schule offenbar Probleme mit der Raumluft in dem Passivgebäude.

Darauf weist der schulpolitische Sprecher der Kasseler CDU-Fraktion Dr. Michael von Rüden in einer Pressemitteilung hin.

Deshalb fordert er Aufklärung vom Magistrat darüber, ob er dieses Gesundheitsrisiko für Lehrer und Schüler für vertretbar halte beziehungsweise ob das Problem durch den nachträglichen Einbau von Fenstern gelöst werden könne. Seit rund vier Jahren beschäftige sich auch der Elternbeirat in jeder Sitzung mit dem Raumluftproblem im Malwida-von-Meysenbug-Flügel, bestätigt Elternbeiratsvorsitzende Tanja Schöttner.

Am massivsten seien die Probleme bei den Lehrern, die hier viele Stunden verbringen. Den Schülern werde zwischendurch häufiger erlaubt, den Raum zu verlassen. In dem Neubau sind die modernen Fachräume für die Naturwissenschaften sowie für den Musikunterricht untergebracht. Lehrer, die diese Fächer unterrichten, seien oft krank, leiden unter Stimmbandproblemen, Kopfschmerzen und Erkältungssymptomen.

Gründe für diese auch ärztlich bescheinigten Beeinträchtigungen seien eine sehr geringe Luftfeuchtigkeit und ein mangelnder Frischluftaustausch in den zehn Unterrichtsräumen, deren Fenster sich nicht öffnen lassen, sagt von Rüden. Zwar habe es seit rund drei Jahren verschiedene Nachbesserungen gegeben, doch habe sich die Situation nicht durchgreifend verbessert, bestätigt die kommissarische Schulleiterin Dr. Ines Blumenstein.

So habe sich bei der Überprüfung der Belüftungsanlage herausgestellt, dass diese fehlerhaft arbeitete und anfangs nur 30 Prozent an Leistung erbrachte. „Wir nehmen die Schulgemeinde mit ihren Problemen und Sorgen sehr ernst und kümmern uns intensivst darum, den Ursachen auf den Grund zu gehen und Lösungen zu finden“, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. Er bestätigte, dass die Lüftungsanlage mehrfach überprüft und zuletzt im Sommer verbessert worden sei, sodass die Anlage nun länger und intensiver laufe und die Luft stündlich annähernd dreimal komplett ausgetauscht werde. „Vielleicht haben wir die Ursache damit nun behoben“, sagt Hochbauamtsleiter Axel Jäger.

Schadstoffe und mikrobiologische Belastungen seien nicht festgestellt worden. Zurzeit warte man noch auf die Analyse einer weiteren aufwendigen Messung. Ansonsten stehe man vor einem Rätsel. Die Stadt betreibe über hundert Lüftungsanlagen in Schulen, die problemlos liefen.

Die Schule nimmt an, dass eine zu geringe Luftfeuchtigkeit der Grund sein könnte: „Das ist wie Unterrichten im Flugzeug“, sagt die Schulleiterin, die zuversichtlich auf eine zeitnahe Lösung hoffe. Mit der Schule sei nun besprochen worden, versuchsweise einen Raum mit einer zweiten Fensterklappe auszurüsten, um so Durchzug zu ermöglichen, so Jäger. Bis zum Sommer solle getestet werden, ob sich so eine Besserung erreichen lässt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.