Sanierung des Lehrschwimmbeckens würde 2 Mio. kosten

Zu marode: Schulschwimmbad bleibt geschlossen

Leeres Becken: Das Lehrschwimmbad an der Hupfeldschule darf aus Sicherheitsgründen nicht mehr genutzt werden. Foto: nh

Kassel. Die Lehrschwimmbecken an vier Kasseler Schulen sind in einem schlechten Zustand, sagte Schuldezernentin Anne Janz während der Sitzung des Schulaussschusses.

Das Schulschwimmbecken auf dem Gelände der Hupfeldschule und der Astrid-Lindgren-Schule ist seit August 2015 sogar geschlossen. Seinen Zustand bezeichnete Janz als „marode“. 

Durch Feuchtigkeit und Chlor seien an der Bausubstanz und Technik des Lehrschwimmbads an der Hupfeldschule starke Korrosionsschäden entstanden. „Es besteht die Gefahr, dass die Decke abstürzt“, so Janz. Der Schulträger könne keine Sicherheit mehr gewährleisten. Deshalb dürfe das Lehrschwimmbad nicht mehr genutzt werden. Auch die Umkleideräume seien geschlossen.

Kombi für Sport: Unter der Turnhalle der Hupfeldschule befindet sich das Schwimmbad. Foto: Hein

Die darüber befindliche Turnhalle sei jedoch von den Schäden nicht beeinträchtigt. Sie könne weiterhin ohne Gefahr von Schulen und Vereinen genutzt werden, sagte Janz während der jüngsten Sitzung des Schulausschusses.

Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland 15 Prozent der fünf- bis 17-jährigen Kinder nicht schwimmen können, hatte die Anfrage der CDU-Stadtverordneten Jutta Schwalm eine besondere Brisanz. Auf das geschlossene Lehrschwimmbecken bezogen wollte Schwalm wissen: Wie und wann gedenkt der Magistrat, diesem Zustand abzuhelfen?

Die Sanierung des Schulschwimmbads kostet nach Auskunft von Janz zwischen 1,6 und 2 Millionen Euro. Darüberhinaus stünden an der Hupfeldschulen Sanierungsarbeiten - vor allem am Dach - in Höhe von 1,1 Millionen Euro an. „In Anbetracht von Sanierungsstaus an anderen Stellen, müssen wir uns fragen, ob wir uns das Schwimmbecken leisten können.“ Letztlich müssten aber die Haushaltsberatungen ergeben, ob für die Sanierung der kostenintensiven Schulbäder Geld zur Verfügung gestellt werde.

Auch die Schwimmbecken am Wilhelmsgymnasium und an der Johann-Amos-Comenius-Schule entsprächen „nicht mehr einer adäquaten Norm“, könnten aber ohne Gefahr genutzt werden, sagte Janz. Lediglich das Schwimmbad an der Alexander-Schmorell-Schule, Schule für Körperbehinderte in Wolfsanger, sei „einigermaßen in Ordnung“.

Die Kapazitäten für Schwimmunterricht für Schüler in den städtischen Schwimmbädern seien ausreichend und gut organisiert mit eigenen Schülereingängen und mehr, beantwortete Anne Janz die Frage von Jutta Schwalm, wie der Ausfall an der Hupfeldschule kompensiert werde. Insgesamt habe sich die Situation durch das neue Auebad und das ebenfalls sanierte Hallenbad Süd in Kassel auch für Schüler und den Schwimmunterricht an Schulen verbessert.

Hintergrund

In Kassel sind vier Schulen mit Lehrschwimmbecken ausgestattet: Das Bad am WG (Baujahr 1958 / 59) ist 100 Kubikmeter groß. Die gleiche Größe hat das Becken an der Johann-Amos-Comenius-Schule (Baujahr 1954 / 55). Das Bad an der Alexander-Schmorell-Schule wurde 1972 / 73 gebaut (Beckengröße 134 Kubikmeter). Die Turnhalle mit Schwimmbad an der Hupfeldschule stammt aus dem Jahr 1953 /54. Das Bad war für eine Wassermenge von 105 Kubikmetern konzipiert.

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