Mehr Insekten als in vergangenen Sommern

Schwüle Temperaturen: Mücken plagen Badegäste

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Besonders in den Abendstunden: Am Bugasee werden die Badegäste von Insektenschwärmen angegriffen. Die Wiesenmücke, die ihre Eier in Überschwemmungsgebiete legt, ist in diesem Sommer besonders stark vertreten.

Kassel. Wer in diesen Tagen einen lauen Sommerabend am Bugasee in der Fuldaaue verbringen will, der bleibt dabei meist nicht ungestört.

Mückenschwärme fallen die Badegäste besonders in den Abendstunden schon in einiger Entfernung zum See an. Von allen Seiten ist zu hören, dass es in diesem Sommer eindeutig schlimmer sei als in den vergangenen Jahren.

Berthold Langenhorst vom Nabu Hessen bestätigt: „In diesem Jahr sind mehr der kleinen Insekten unterwegs als in den vergangenen Sommern.“ Grund dafür sind laut Langenhorst zum einen der milde Winter, zum anderen die in diesem Jahr regenreichen Monate Mai und Juli.

„Das hat vor allem die Vermehrung der Wiesenmücke begünstigt“, erklärt Langenhorst. Wiesenmücken, die auch als Rheinschnake bezeichnet werden, legen anders als die normalen Hausmücken ihre Eier nur in Überschwemmungsgebieten ab, die sich auch in den Fuldaauen zahlreich finden lassen. Die Wiesenmücke tritt deshalb vor allem in der Nähe von Flüssen auf, weniger an Stauseen, was auch erklärt, dass sich beispielsweise an Twiste- und Edersee deutlich weniger Mücken finden lassen.

Auch Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes der Stadt Kassel, sagt: „Dieser Sommer mit viel Regen und Hitze im Wechsel begünstigt die Vermehrung von Insekten.“ Man könne schon von einer Mückenplage sprechen.

Schutz im Garten 

Um sich im eigenen Garten vor Mücken zu schützen, empfiehlt sie beispielsweise, Regentonnen immer abzudecken. Generell sollte man vor allem in den Abendstunden draußen möglichst dunkle Kleidung tragen. Stechmücken werden von heller Kleidung besonders angezogen.

Erwachsene und größere Kinder können Mückensprays verwenden, die es in Drogerien und der Apotheke zu kaufen gibt. Die Sprays enthalten den Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET), der Insekten abwehrt. Bei Kindern und Säuglingen sollte man damit aber vorsichtig sein, so Müller. Bestimmte Duftkerzen oder Duftöle vertreiben Insekten. Auch natürliche Düfte wie Minze oder Melisse können helfen.

Vor den Fenstern empfiehlt es sich, Fliegenschutzgitter anzubringen, damit die Insekten gar nicht erst in die Wohnräume gelangen. Auch sollte bei geöffnetem Fenster, in den Abendstunden, wenn es draußen dunkel ist, kein Licht brennen. Lichtquellen locken die lästigen Insekten zusätzlich an.

Hintergrund: Kratzen ist keine gute Idee 

Jeder Mensch reagiert laut Dr. Karin Müller sehr unterschiedlich auf Insektenstiche. Der eine merkt kaum etwas, der nächste bekommt starke Schwellungen. Kratzen ist keine gute Idee, da dadurch bakterielle Entzündungen gefördert werden. Helfen können Salben oder Sprays aus der Apotheke, die den Juckreiz und die Schwellung lindern. Außerdem hilft ein kalter Waschlappen oder eine Kühlkompresse.

Außerdem gibt es eine spezielle Wärmebehandlung. Der sogenannte elektrische „Stichheiler“ basiert darauf, dass die Hautstelle über einen kleinen Kontakt für einige Sekunden stark erhitzt wird und dadurch die für den Juckreiz verantwortlichen Stoffe in der Haut zerstört werden. Medizinisch gesehen werden bei einem Mückenstich eiweißhaltige Giftstoffe in den Körper übertragen, die der Blutgerinnung entgegenwirken.

Der Körper reagiert darauf mit Ausschüttung von Histamin, wodurch die unangenehmen Begleiterscheinungen wie Juckreiz entstehen. Die Hitze zerstört die Proteinverbindungen des Giftes, der Körper schüttet kein oder weniger Histamin aus.

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