Mehr Platz für Patienten

Sechs Millionen Euro teurer Neubau am Marienkrankenhaus ist jetzt in Betrieb

Neue Räumlichkeiten: An den bestehenden Altbau des Marienkrankenhauses (rechts im Bild) auf dem Rothenberg ist ein 2000 Quadratmeter großer Neubau angeschlossen worden. Fotos: Koch

Kassel. „Wenn ein Krankenhaus sich beim Rettungsdienst abmelden muss, weil keine Betten mehr frei sind, dann ist das kein gutes Gefühl“, sagt der Geschäftsführer des Marienkrankenhauses, Michael Schmidt.

Das sei einer der entscheidenden Gründe gewesen, weshalb man sich zu dem Erweiterungsbau des Marienkrankenhauses in Rothenditmold entschlossen habe.

Neben einer Erweiterung der Fläche bringt der Neubau dem Marienkrankenhaus aber auch eine Optimierung der Behandlungsleistungen. Früher hätten Patienten sechs Monate auf einen der sechs Plätze im Schlaflabor warten müssen. In den neu bezogenen Räumen gibt es jetzt elf Betten für Schlaflaborpatienten. Rund 2000 Quadratmeter neuer Fläche, die sich auf vier Geschosse verteilt, sind jetzt entstanden. Dafür hat das Krankenhaus mit einem weiteren Standort in Volkmarsen im Landkreis Waldeck-Frankenberg rund sechs Millionen Euro investiert.

Neben einer Wahlleistungsstation mit 21 Betten sind im Neubau noch die ambulante Physiotherapie, das Schlaflabor und das Neurozentrum angesiedelt.

Der Neubau ist als separates Gebäude konzipiert. Damit die ursprünglichen Anfahrtswege für Krankenwagen und Feuerwehr erhalten bleiben können, ist das neue Gebäude nicht auf allen Ebenen an den bestehenden Bau angeschlossen.

Ambulante und stationäre Leistungen sollen durch die neuen Räumlichkeiten besser verzahnt werden. So ist im Neubau nun das ambulante Neurozentrum untergebracht, in dem die Patienten der stationären Abteilung für Neurochirurgie vor und nach einem stationären Aufenthalt versorgt werden können. „Damit ist eine optimale Versorgung aus einer Hand gewährleistet“, so Geschäftsführer Schmidt. Ebenso ist hier die Physiotherapie angesiedelt, die die Leistungen der stationären Physiotherapie des Krankenhauses um ambulante Leistungen ergänzt.

Behandlung fortsetzen

Patienten beispielsweise aus der Unfallchirurgie, dem Adipositaszentrum (Behandlung von krankhaftem Übergewicht) oder anderen Abteilungen, die während ihres stationären Aufenthaltes hier physiotherapeutisch betreut wurden, können ihre Behandlung mit demselben Team ambulant fortführen. „Die Leistungssteigerung ist natürlich mit steigenden Patientenzahlen verbunden. Allein im Schlaflabor werden in diesem Jahr voraussichtlich rund 2000 Patienten versorgt. Diese Steigerung würde vermehrt zu Engpässen bei der Anmeldung im Empfangsbereich führen. Mit dem Neubau können wir diese Situation nun deutlich entzerren.“

Aber auch die stationäre Unterbringung von Patienten in den bestehenden Gebäuden wird durch die neue Station deutlich entlastet. Die neue Wahlleistungsstation, auf der vorwiegend Privatpatienten untergebracht sind, wird von allen Abteilungen des Krankenhauses belegt. Hier gibt es neue 14 Zimmer mit 21 Betten.

Daten und Fakten zum Marienkrankenhaus

Die Marienkrankenhaus gGmbH hat zwei Standorte: Auf dem Rothenberg im Kasseler Stadtteil Rothenditmold und das Elisabeth-Krankenhaus in Volkmarsen (Kreis Waldeck-Frankenberg). Die hier genannten Zahlen beziehen sich auf den Kasseler Standort.

5,5 Tage bleiben die Patienten durchschnittlich im Marienkrankenhaus in Kassel. Die Verweildauer der Patienten ist sehr unterschiedlich. Gerade die Aufenthalte im Schlaflabor sind in den meisten Fällen allerdings relativ kurz, sodass in elf Betten in diesem Jahr voraussichtlich 2000 Patienten behandelt werden können.

10 Stationen gibt es am Kasseler Standort. Sechs Normalstationen, eine Wahlleistungsstation, die Intensivstation, die Aufnahmestation und das Schlaflabor.

200 Betten stehen jetzt für die Patienten bereit. 21 davon in dem neuen Gebäude.

394 Mitarbeiter sind im Marienkrankenhaus beschäftigt. Darunter 63 Ärzte, 240 Mitarbeiter in der Pflege und im Funktionsdienst, 47 Schüler und 44 in sonstigen Abteilungen.

4000 Eingriffe werden jedes Jahr in den Abteilungen des Marienkrankenhauses vorgenommen.

11.000 Patienten werden jährlich vollstationär im Marienkrankenhaus aufgenommen.

23.500 Quadratmeter misst die gesamte Fläche des Krankenhauses im Stadtteil Rothenditmold. Der neue Erweiterungsbau ist auf 2000 Quadratmetern Fläche entstanden

Von Kathrin Meyer

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