Seit Monaten Engpass bei Uniformen: Polizisten warten auf neue Hosen

Mangelware: Hessische Polizisten bekommen erst ab Mitte April wieder Hosen. Foto:  use

Kassel. Die hessische Polizei hat nicht nur Nachwuchssorgen, sondern auch einen Engpass bei Uniformhosen, sagt Stefan Rüppel, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Nordhessen.

Seit Monaten könnten die Kollegen keine Diensthosen mehr beim Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung (PTLV) in Wiesbaden bestellen. „Das ist ein großes Problem, weil die meisten Kollegen immer nur zwei Diensthosen haben“, sagt Rüppel.

Der GdP-Vorsitzende berichtet von einer Kollegin, die seit vielen Monaten vergeblich versuche, sich eine Streifendiensthose in der Größe 38/40 zu bestellen. Vergeblich.

Kürzlich sei eine ihrer Diensthosen bei einem Einsatz am Knie gerissen. Die Beamtin frage sich langsam, was für Hosen sie künftig im Streifendienst tragen könne, wenn eine Nachbestellung nicht möglich ist, sagt Rüppel. Auf diese Frage habe die Polizistin auch keine Antwort vom PTLV bekommen.

Mängel bei Stoffmustern

Auf Anfrage der HNA bestätigte am Mittwoch Stephan Vohl vom PTLV, dass es bei der Bestellung der Uniformhosen Probleme gebe. Im vergangenen Jahr habe es ein europaweites Beschaffungsverfahren zur Angebotsabgabe für die Lieferung von Streifendiensthosen gegeben. Nach Prüfung der Angebote habe das Präsidium im August 2015 den Auftrag offiziell vergeben.

Im Anschluss habe sich allerdings herausgestellt, dass bei den vorgelegten Stoffmustern Nachbesserungen aufgrund von Mängeln erforderlich waren. Die Folge sei gewesen, dass der bereits aus anderen Vergaben bekannte Hosenlieferant drei neue Muster habe vorlegen müssen, um ein für alle Seiten akzeptables Ergebnis zu gewährleisten, so Vohl. Grünes Licht für die Produktion von Diensthosen habe es erst am 29. Januar gegeben. Nach derzeitigem Stand wird es ab Mitte April wieder Diensthosen für hessische Polizisten geben.

Laut Vohl werden pro Jahr beim PTLV etwa 15 000 Hosen von Polizisten bestellt. Eine Diensthose kostet 46,30 Euro. Ein Winteranorak über 300 Euro. Das jährliche Bekleidungsgeld, von dem die Kleidung bezahlt wird, beläuft sich auf 220 Euro.

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