Ein Drittel  ist weiblich

Wahl der Stadtverordneten: Sieben Kandidaten sind über 80 Jahre alt

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Junge Menschen lassen sich schwer für Kommunalpolitik begeistern: Die Bewerber für die Kasseler Stadtverordnetenversammlung (Foto) sind im Durchschnitt 51 Jahre alt. Es gibt zwischen den Parteien aber Unterschiede.

Kassel. Die Kandidaten für die Kasseler Stadtverordnetenwahl am 6. März sind etwas älter als der Durchschnitt und zu zwei Dritteln männlich.

Der Altersschnitt der 332 Bewerber, die um einen der 71 Sitze konkurrieren, liegt bei 51 Jahren. Zum Vergleich: Die Kasseler Bevölkerung ist im Schnitt 43 Jahre alt. Die wahlberechtigte Bevölkerung (ab 18 Jahren) 49 Jahre. Ein Überblick über die Parteien und deren Kandidatenlisten:

CDU

• Die 70 CDU-Kandidaten haben mit 60 Jahren das höchste Durchschnittsalter unter Kassels Parteien (24 sind über 70 Jahre). Fünf Kandidaten sind sogar über 80 Jahre – diese befinden sich aber allesamt auf hinteren Listenplätzen. Das heißt, sie rücken nur ins Stadtparlament, wenn sie gezielt (durch Kumulieren) gewählt werden.

Der Fraktionsvorsitzende Dr. Norbert Wett ist dennoch froh über die Kandidatenliste. Denn auf den ersten 20 Listenplätzen seien immerhin vier Kandidaten um die 30 Jahre alt. „Da haben wir viel Wert darauf gelegt“, so Wett. Auf den hinteren Plätzen werde traditionell die Ehrenriege mit Altgedienten platziert.

„Generell ist es schwierig, Jüngere zu gewinnen. Die sind zwei, drei Jahre aktiv und dann ändern sich ihre Lebensumstände und sie sind wieder weg“, sagt Wett. Mit der Jungen Union – mit der es lange Zeit Spannungen gab – habe sich die Kasseler CDU inzwischen ausgesöhnt.

Froh ist Wett auch, dass ein Drittel (31 Prozent) der Kandidaten weiblich ist. Dies sei Vorgabe der Landespartei.

SPD

• Der SPD-Kandidat ist im Durchschnitt 46 Jahre alt. Mit 29 Prozent sind noch weniger Frauen auf der Kandidatenliste als bei der CDU. Über 70-Jährige sind von den Sozialdemokraten nicht aufgestellt worden. Unter den 73 SPD-Bewerbern sind 17 Personen unter 30 Jahre alt.

Grüne

• Die Grünen kommen so langsam in die Jahre: Die 50 Kandidaten der Kasseler Grünen sind mit durchschnittlich 48 Jahren älter als die Genossen. Dafür wurde konsequent auf den Geschlechterproporz geachtet: 52 Prozent sind weiblich.

FDP

• Die FDP schickt 35 Bewerber ins Rennen: Diese sind im Schnitt 53 Jahre. Neun Bewerber sind über 70 Jahre alt, vier unter 30 Jahren. Der Frauenanteil liegt bei 23 Prozent.

Kasseler Linke

• Das Klischee der jungen Rebellen trifft auf die Kasseler Linken nicht zu: Im Schnitt sind die 30 Bewerber 49 Jahre alt. Allerdings ist mit einem 19-Jährigen auch der jüngste Bewerber in ihren Reihen. Mit 37 Prozent ist der Frauenanteil vergleichsweise hoch.

Piraten

• Auffällig bei den Piraten ist, dass nur knapp jede fünfte Person, die für die Partei antritt, eine Frau ist. Noch weniger Frauen gibt es nur bei der AfD. Mit im Schnitt 41 Jahren haben die Piraten aber auch die jüngsten Kandidaten in Kassel aufgestellt. Insgesamt stehen 21 Piraten zur Wahl.

Freie Wähler

• Die 31 Bewerber der Freien Wähler sind mit im Schnitt 55 Jahren vergleichsweise alt. 35 Prozent sind Frauen.

AfD

• Auch die Kandidaten der Alternative für Deutschland (AfD) sind durchschnittlich 55 Jahre alt. Unter 22 Bewerbern sind vier Frauen (18 Prozent).

Anm. d. Red.: Die Berechnung des jeweiligen Durchschnittsalters basiert auf dem Stand 31.12.2015.

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