Neues Warnkonzept

Sirenen heulen in ganz Kassel: Probealarm am Samstag, 15. Oktober

Große Reichweite: Auf dem Dach des Finanzamts am Altmarkt ist eine moderne Sirenen angebracht, eine elektronische Hochleitungssirene, die auch ohne Strom, mit Akkus betrieben, zehn mal heulen kann. Foto: Stadt Kassel/nh

Kassel. Im Rahmen einer Pressekonferenz hat die Stadt Kassel ihr neues Warnkonzept vorgestellt.

In Kassel wird am Samstag, 15. Oktober, eine schon lange nicht mehr gehörte, bedrohlich klingende Geräuschkulisse zu hören sein: Probealarm. In einem Zeitraum von 15 Minuten heulen alle 25 im Stadtgebiet verteilten Sirenen zur gleichen Zeit. Wie die Signale klingen werden, kann man im Video beispielhaft hören. Zunächst ist die Warnung der Bevölkerung, danach die Alarmierung der Feuerwehr zu hören. 

Bereits am Samstag, 8. Oktober, ertönen die Sirenen um 10 Uhr in Kaufungen.

Was in Zeiten des Kalten Krieges noch ein vertrautes Ritual war, ist heute vielen Menschen unbekannt. Das soll sich ändern. „Es ist wichtig, dass die Einwohner der Stadt die Sirenensignale und deren Bedeutung kennen und wissen, wie sie sich im Alarmafall richtig verhalten“, sagte Stadtkämmerer und Brandschutzdezernent Christian Geselle. Zuerst ertönt ab 10.05 Uhr eine Minute lang ein Dauerton, der zweimal unterbrochen wird (Signal für Alarmierung der Feuerwehr). Er leitet die Sirenenprobe ein. Danach heult es auf- und abschwellend (Signal für allgemeine Warnung der Bevölkerung). Abschließend kommt noch einmal der unterbrochene Dauerton: Warnung - Alarm - Warnung.

Hier kann man sich den Warnton zur Alarmierung der Feuerwehr anhören.

Hier kann man sich das Alarmsignal Alarmierung zur allgemeinen Warnung der Bevölkerung anhören.

Die Stadt Kassel testet nach vielen Jahren erstmals die Funktionsfähigkeit ihres Sirenensystems. Es handelt sich um drei verschiedene Typen: die alten, bekannten Pilzförmigen, pneumatische Druckluft-Sirenen und elektronische Hochleistungssirenen.

Dabei werden beim Probealarm 100 in der Stadt verteilte Personen testen, ob der Alarm gut zu hören ist. „Es war überfällig zu gucken, ob wir unserem Sicherheitsauftrag gerecht werden“, so Geselle. Künftig soll es einmal im Jahr Probealarm geben.

Während in der Stadt lange keine Sirenen zu hören waren, ist das Heulen in ländlichen Gebieten üblich, weil so die Freiwilligen Feuerwehren alarmiert werden. Die Kasseler Sirenen werden im Falle einer Katastrophe oder anderen Gefahr von der Berufsfeuerwehr ausgelöst.

Bei einer Gefahrenlage setzt die Stadt Kassel in Zukunft auf ein ganzes Paket an Warn- und Informationssystemen. Verstärkt will sie künftig ihre Kanäle in den Sozialen Medien nutzen.

Wenn beispielsweise die Rauchwolke eines Großbrands in ein Wohngebiet zieht oder ein Stadtviertel wegen der Entschärfung einer Weltkriegs-Bombe evakuiert werden muss, informiert die Stadt nun auch bei Facebook und Twitter, wer betroffen ist und wie man sich verhalten soll, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. Unter dem Hashtag (Schlagwort) #notfallks erhalten die Menschen in der Stadt Kassel künftig bei besonderen Gefahrenlagen über die Sozialen Medien schnelle und vor allem verlässliche Informationen zum Ereignis. „Wir wollen in den Sozialen Medien präsent sein, um der Aufgeregtheit Fakten entgegenzusetzen“, so Happel-Emrich.

Sind viele Menschen betroffen, wird die Stadt auf ihrer Facebook-Seite und im Kurznachrichtendienst Twitter aktuelle Informationen zur Gefahrenlage posten. „Wir können nicht nur mitteilen, wo eine Gefahr besteht, sondern auch Verhaltensempfehlungen geben.“ Zum Beispiel, in welchem Bereich Anwohner wegen einer Rauchwolke Türen und Fenster geschlossen halten sollten. Oder was man mitnehmen soll, wenn man evakuiert werden muss.

Bei großflächigen Gefahren wird die Stadt ihre Internetseiten aktualisieren. Auf der Seite www.notfall.kassel.de finden die Nutzer normalerweise die Notrufnummern von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und mehr. Es ist vorgesehen, dass hier auch aktuelle Informationen und Verhaltensempfehlungen zu finden sind. Heulen die 25 Warnsirenen, empfiehlt Happel-Emrich, sich bald im Internet zu informieren.

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