Technik hat aber noch Tücken

Von der Heizung bis zum Licht: Fast alles lässt sich Zuhause mit dem Telefon steuern

Steuern gern alles fern im Haus: Frank Graß (links) und Carsten Gobrecht aus Vaake. Foto: Fischer

Kassel/Vaake. Fast alles in den eigenen vier Wänden lässt sich heutzutage mit dem Telefon steuern. Aber: Die Technik hat noch Tücken.

Carsten Gobrecht ist beruflich viel unterwegs. Damit er daheim stets alles im Blick hat, hat der Versicherungskaufmann und Vermögensberater sein neues Haus in Vaake an der Weser mit sogenannter Smart-Home- oder Homematic-Technik ausgerüstet. Hinter diesen Begriffen verbirgt sich intelligente, zunehmend App-gesteuerte Technik, mit der sich so ziemlich alles steuern und überwachen lässt: Heizung und Thermostate, Beleuchtung, Hausgeräte, Unterhaltungselektronik, Fenster und Jalousien.

Aber nicht nur das: Der 48-jährige, zweifache Familienvater kann über Smartphone oder Tablet der Media-Ecke im Wohnzimmer den Saft abdrehen, wenn seine Kinder mal unerlaubt lange vor der Glotze oder dem Computer hängen. Außerdem kann er überwachen, ob die Außentüren geschlossen sind und wann sie zuletzt geöffnet wurden. Er hört es klingeln und kann sehen, wer vor der Tür steht, kann dem bekannten Postzusteller kurz öffnen, damit der ein Paket in den Flur stellen kann. Und auch seinen Kindern, wenn das Fingerabdruck-Erkennungssystem an der Tür, das den Schlüssel ersetzt, streiken sollte.

Am vergangenen Wochenende traf sich Gobrecht mit 320 Gleichgesinnten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland zum mittlerweile 5. Smart-Home-Anwendertreffen im Hotel La Strada in Kassel, um Erfahrungen auszutauschen und sich über neue Trends, Techniken und Lösungen zu informieren.

Denn eines hat Gobrecht in den vergangenen fünf Jahren, in denen er sich mit der modernen Gebäudetechnik befasst, gelernt: „Das alles ist sehr, sehr schwierig und zeitintensiv. So manches Mal hätte ich die Brocken fast hingeworfen“, sagt er. Aber mithilfe eines Freundes hätten sich bislang noch immer alle Probleme lösen lassen. Nächster Schritt: Irgendwann will Gobrecht die Befehle über die Apple-Sprachsteuerung Siri geben.

Klar, brauchen tut man das alles nicht, sagt Gobrecht. „Aber ich mache es, weil es geht, Spaß macht und bequem ist.“ Und wenn er sein großes

Heim komplett durchgesteuert hat, kommt er dank einer Erdwärmepumpe mit 50 bis 80 Euro Heizkosten im ganzen Jahr aus.

Das Anwendertreffen ist bereits das fünfte seiner Art. Beim ersten kamen einige Dutzend Interessierte zusammen. Dann sind es immer mehr geworden. Wenn das so weitergeht, muss die Veranstaltung bald in größere Räume verlegt werden – etwa in die Messehallen.

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