Mit Uschi den Sand säubern

Spezialmaschine reinigt in den kommenden Wochen Kassels Sandkästen

Für saubere Sandkästen: Walter Eggebrecht von der Firma Sandmaster befreit mit seiner „Uschi“, wie er die Reinigungsmaschine liebevoll getauft hat, die Spielsandbereiche der Stadt von Unrat und Schmutz, wie hier in der Goetheanlage. Foto: Dessauer

Kassel. Uschi wiegt 900 Kilo und wird mit einem Zweizylinder-Viertakt-Benzinmotor betrieben. Ihr Job: Sandkästen auf Spielplätzen von Unrat, Glasscherben und Fäkalien befreien.

Bei Uschi handelt es sich um eine spezielle Sandreinigungsmaschine. Gesteuert wird sie von Walter Eggebrecht, dem sie auch ihren Namen verdankt. Eggebrecht arbeitet seit 1994 als Mineralienaufbereiter für die Firma Sandmaster, die ihren Sitz in Wendlingen am Neckar hat.

Patentiertes Verfahren 

Hier wurden die Maschine und das patentierte Reinigungsverfahren in den späten 80er-Jahren entwickelt.

Und so funktioniert die Reinigungsmethode: Mittels eines Förderbandes, das mit mehreren Schaufeln 40 Zentimeter tief in den Boden gräbt, wird der Sand nach oben befördert und gegen ein senkrecht stehendes Sieb geworfen. Hier wird der Sand gefiltert. Alle Gegenstände, die größer als fünf bis acht Millimeter sind, bleiben an dem Sieb hängen und fallen in einen Auffangkorb. So werden Scherben, Tierexkrementen, Zigarettenstummel und andere Gegenstände aus dem Sand herausgefiltert.

In den kommenden zweieinhalb Wochen wird Eggebrecht zusammen mit seinem Kollegen Adam Wisniewski alle Spielsandbereiche im Stadtgebiet reinigen. Dazu gehören nicht nur öffentliche Spielplätze, sondern auch Sandkästen an Kitas und Schulen. Für 100 Quadratmeter Sandfläche rechnet er etwa eine Stunde Arbeit ein. Bei starkem Regen muss er aber auch mal eine Zwangspause einlegen. „Dann wird der Sand hart wie Zement.“

Aus dem unteren Teil der Sandspielfläche in der Goetheanlage, die etwa 350 Quadratmeter misst, hat Eggebrecht insgesamt drei Schubkarrenladungen voll Unrat und Schmutz herausgefiltert. Das meiste seien liegengebliebene und eingegrabene Plastikspielzeuge der Kinder, aber auch Präservative finde man häufiger im Auffangkorb.

Ausfiltern statt Zerkleinern

Roger Wiegand vom Umwelt- und Gartenamt in Kassel erläutert den Vorteil des Reinigungsverfahrens der Firma Sandmaster: „Bei normalen Sieben würden Fäkalien nur zerkleinert, aber die Maschine filtert diese Stoffe aus.“

Durch tägliche Sichtkontrollen von Spielplatzpflegekolonnen könne immer aktuell festgestellt werden, wenn eine Sandfläche derart verunreinigt sei, dass ein außerplanmäßiger Austausch des Sandes stattfinden müsse, erklärt Wiegands Kollege Gerd Saalfeld.

Der Sand für die Kasseler Spielplätze, so Saalfeld, komme aus Nordhessen, genauer aus Sandgruben in den Fuldaniederungen. Eine Tonne Sand koste circa 15 Euro. Pro Quadratmeter brauche man ungefähr 800 Kilo Sand. Da kommt einiges zusammen. Genau wie für Walter Eggebrecht, der in den nächsten Wochen 11 100 Quadratmeter Sand reinigen wird.

Die Sandkästen in Zahlen: So viel kostet die Reinigung, so oft wird gesäubert. 

Das Reinigen von Sandkästen ist eine komplizierte Angelegenheit und erfordert präzise und zuverlässige Arbeit von Mensch und Maschine. Wir haben Zahlen und Fakten für Sie zusammengetragen:

1 mal pro Jahr werden die Spielsandflächen im Kasseler Stadtgebiet gereinigt und gegebenenfalls komplett ausgetauscht.

3 Wochen dauern die Reinigungsarbeiten.

10 Jahre vergehen in der Regel, bis der Sand komplett ausgetauscht wird.

40 Zentimeter tief schaufelt die Reinigungsmaschine in den Sand.

151 Sandkästen werden im Zuge der diesjährigen Reinigungsarbeiten in Kassel gesäubert.

900 Kilogramm wiegt die Reinigungsmaschine. Sie ist mit zwei Notstoppfunktionen versehen, falls sie außer Kontrolle gerät.

11.100 Quadratmeter Sandfläche werden in diesem Sommer in Kassel gereinigt.

58.000 Euro betrugen die Gesamtkosten für Sandaustausch und Reinigung im vergangenen Jahr.

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