Konzept der Stadt für Kreuzungen

Mehr Sicht für Lkw-Fahrer: Spezialspiegel sollen Sicherheit von Radfahrern erhöhen

Spiegel gegen Abbiegeunfälle: An der Weserspitze hängt seit Oktober der erste sogenannte Trixi-Spiegel. Lkw-Fahrer können darin Radfahrer (und hier auch den HNA-Fotografen Lothar Koch) sehen, die sich im toten Winkel des Lkw befinden. Fotos: Koch

Kassel. Mit speziellen Verkehrsspiegeln will die Stadt Kassel die Sicherheit für Radfahrer an Kreuzungen verbessern.

Im Lauf des Jahres sollen an 120 Ampeln im Stadtgebiet sogenannte Trixi-Spiegel angebracht werden. Mithilfe der Spiegel können Lkw- und Bus-Fahrer Einblick in den Bereich des toten Winkels an der rechten Fahrzeugseite bekommen. So soll die Gefahr minimiert werden, dass die Fahrer neben dem Lkw stehende Fahrradfahrer oder Fußgänger übersehen.

Der erste Spiegel wurde bereits im vergangenen Oktober im Bereich der Weserspitze angebracht, an der Einmündung der Fuldatalstraße auf die Ihringshäuser Straße. Dort war im Juni 2015 ein 16-jähriger Junge bei einem Unfall schwer verletzt worden. Ein Lkw-Fahrer hatte den Jugendlichen auf dem Fahrrad übersehen und beim Rechtsabbiegen überrollt. Diesen und weitere Gefahrenpunkte wolle man mit dem Spiegel entschärfen, sagt Stadtbaurat Christof Nolda.

Früher Grün für Radfahrer

Mit den Spiegeln lasse sich kostengünstig die Verkehrssicherheit für Radfahrer erhöhen. Ein Trixi-Spiegel kostet nach Angaben der Stadt 120 Euro. Die Investitionskosten für 120 Exemplare beliefen sich damit auf rund 15 000 Euro. Die Montage übernimmt der Bauhof. Unter anderem an folgenden Kreuzungen sind Trixi-Spiegel geplant:

• Weserstraße / Ysenburgstraße

• Wilhelmshöher Allee / Querallee

• Leipziger Platz

• Stockplatz

• Wolfhager Straße /Karlshafener Straße.

An den Gefahrenstellen seien über die Spiegel hinaus weitere bauliche Veränderungen geplant, um das Unfallrisiko zu verringern, sagt Nolda: unter anderem veränderte Markierungen und ein zeitlicher Vorlauf der Grün-Phase für Radfahrer an Ampeln.

Die Stadt Freiburg setzt bereits seit 2008 auf Trixi-Spiegel für mehr Sicherheit an Kreuzungen. Inzwischen hängen dort 160 Spiegel an stark befahrenen Kreuzungen. Eine Untersuchung der TU Kaiserslautern in Freiburg hat ergeben, dass 90 Prozent der Bus- und Lkw-Fahrer den Trixi-Spiegel registrieren und als hilfreich empfinden. Die Spiegel seien allerdings nur für einen speziellen Unfalltyp relevant. Aus der Fahrt heraus und beim Abbiegevorgang selbst verschafften sie dem Fahrer keine zusätzliche Sicht, so die Anmerkung der Wissenschaftler. Vorsicht und ein Bewusstsein für die Gefahr des toten Winkels sind also weiterhin angebracht.

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