Bei der Partie sind sie uneins

Sie Deutsche, er Italiener: Was das EM-Viertelfinale für ihre Ehe bedeutet

Wer verputzt wen? Da ist das Kasseler Ehepaar De Filippo – hier mit Eis in den Farben der jeweils anderen Nationalität – geteilter Meinung. Deni, der in Baunatal eine Eisdiele betreibt, glaubt an ein 1:0 für Italien, Ehefrau Pamela an ein 3:1 für Deutschland. Foto: Fischer

Kassel/Baunatal. Sie hält zu Deutschland, er zu Italien - dennoch geht die deutsch-italienische Familie De Filippo aus Kassel das Fußball-EM-Spiel am Samstagabend ganz gelassen an.

Deutschland gegen Italien: Das ist für Familie De Filippo aus Kassel immer ein besonderes Fußball-Ereignis. Wenn diese beiden Teams aufeinandertreffen, sind sich die seit 2009 Vermählten uneins. Der Italiener Deni De Filippo hält zu Italien und die Deutsche Pamela De Filippo zu Deutschland.

Nur einer der beiden kann Recht behalten. Bei allen Europa- und Weltmeisterschaftsspielen zwischen Deutschland und Italien in jüngster Zeit war das Deni. Klar, dass er die Italiener auch beim EM-Viertelfinalspiel am Samstagabend im Vorteil sieht. „Wenn wir wieder so rennen, wie in den bisherigen EM-Spielen, haben wir gute Chancen“, sagt der 37-Jährige. „Ich tippe auf ein knappes 1:0 für Italien.“

Ehefrau Pamela sieht das ganz anders. „Ich erwartete ein frühes Tor für uns und tippe auf einen 3:1-Sieg für Deutschland“, betont die frei arbeitende Journalistin. Die italienischen Spieler seien in die Jahre gekommen. Die Deutschen seien inzwischen gut eingespielt und sehr motiviert. Vor allem, weil sie die Rache für die vergangenen Pleiten gegen Italien im Sinn hätten, meint die 36-Jährige.

Mit Gurken und Tomaten 

Nach Einschätzung von Ehemann Deni sind die Italiener allein deshalb motivierter als alle anderen, weil sie es sich gar nicht erlauben könnten, vorzeitig bei der EM rauszufliegen. Denn anders als die Deutschen, die in der Heimat noch empfangen würden, würden die Italiener bei einem Ausscheiden „mit Tomaten und Gurken beschmissen“. „Die müssten Angst haben, nach Hause zu kommen.“

Ehepaar De Filippo wird das Spiel am Samstag nicht zusammen sehen. Deni wird bei der Arbeit auf den Fernseher in seiner Eisdiele am Baunataler Marktplatz schauen. Pamela wird daheim mit den Kindern Elisa (3) und Matteo (5) gucken. Matteo entscheide sich jeden Morgen aufs Neue, ob er mit Italien- oder mit Deutschland-Trikot in den Kindergarten gehe. „Beim Spiel am Samstag hält er aber zu Deutschland“, versichert seine Mama. Papa hat da einen ganz anderen Eindruck.

Sei’s drum. Steht auch für Deutschland und Italien viel auf dem Spiel, ist für die De Filippos aber eines klar: Das Gekicke wird den Familienfrieden nicht gefährden. Ganz egal, wer da wen wegputzen wird. Wenn das Team des einen rausfliege, dann werde man im weiteren Turnierverlauf zum Team des anderen halten, versichern Pamela und Deni De Filippo. „Es ist einfach schade, dass Deutschland oder Italien schon so früh ausscheiden muss.“

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