Rollstuhlbasketball gibt Behinderten wieder neuen Mut

Kassel. Eine misslungene Meniskusoperation fesselte Friedhelm Meyer vor 16 Jahren an den Rollstuhl. Durch den Sport hat er wieder neuen Mut gefunden.

Auf einen Schlag war Friedhelm Meyers altes Leben vorbei. „Ich fiel in ein richtiges Loch, war depressiv, habe nur noch in der Ecke gesessen“, erzählt der heute 61-Jährige. „Aber dann bin ich zum Sport. Das hat mich gerettet.“

Bei der Behindertensport-Gemeinschaft (BSG) Kassel, war er nicht mehr alleine mit seinem Schicksal. Er traf auf Menschen, die sein Los teilen und durch den Sport neuen Mut gefunden haben. „Es sind Viele dabei, die sagen: ,Wenn wir den Sport nicht hätten, hätten wir gar nichts.‘“ Auch er sei vor drei Jahren, als er bei der BSG anfing, aus dem Nichts wieder hoch gekommen.

Meyer ist überzeugt, dass Sport gerade bei Menschen mit Behinderung einen enormen sozialen Zusammenhalt schaffen kann. Mehr noch: Sport, so der gebürtige Trendelburger, sei „das Nonplusultra, um behinderte und nicht behinderte Menschen zusammenzubringen.“

Denn wie die meisten anderen Behindertensportarten wird Rollstuhlbasketball auch von vielen Menschen ohne Behinderung gespielt. „Jeder kann mitspielen. Egal ob behindert oder nicht“, erklärt Harald Nauck, der Sportwart der BSG. Rollstuhlbasketball ist nicht der einzige Sport, den Meyer beim BSG betreibt. Im Gegenteil: Jeden Abend steht für den ehemaligen Kesselwärter aus Baunatal eine andere Sportart auf dem Programm. Momentan geht er zum Kegeln, Tischtennis, Volleyball, Tennis, Blasrohrschießen und eben zum Basketball.

Auch seine Familie konnte der dreifache Vater schon für seinen Sport begeistern. Eines seiner Enkelkinder sei vor Kurzem mit zum Training gekommen und habe mit dem Team ein paar Körbe geworfen, erzählt Meyer stolz.

Hintergrund: Basketball im Rollstuhl

Gespielt wird Rollstuhlbasketball in speziellen Sport-Rollstühlen, die mit einem Rammbügel bei Kollisionen schützen und durch schräg gestellte Räder schnelles Umkippen verhindern sollen. Die Teams sind meist bunt gemischt.

Je nach Schwere der Behinderung erhält jeder Spieler eine Klassifizierung zwischen 1,0 und 4,5, wobei ein niedrigerer Wert für einen höheren Behinderungsgrad steht. Die fünf Feldspieler eines Teams dürfen gemeinsam nicht über einen Gesamtwert von 14,5 kommen. So soll die Leistungsstärke ausgeglichen werden.

Die Behindertensport-Gemeinschaft Kassel sucht sowohl im Basketball, als auch in den anderen 15 Sportarten nach neuen Mitspielern. Wer zum kostenlosen Probetraining kommen möchte, findet Informationen im Internet unter www.bsg-kassel.de oder kann Helmut Ernst, den Vereinsvorsitzenden, unter 0561 / 40 09 56 0 erreichen.

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