Christdemokraten sprechen von Mogelpackung

Kasseler CDU und Linke kritisieren überarbeitete KVG-Liniennetzreform

Kassel. Die CDU-Rathausfraktion sieht in der Überarbeitung der KVG-Liniennetzreform eine Mogelpackung. Auch die Fraktion der Linken sehen in der Überarbeitung keine Verbesserung.

„Man kann nicht von Verbesserungen reden und gleichzeitig das Angebot verschlechtern“, sagt CDU-Stadtverordneter Dominique Kalb.

Die Christdemokraten fordern eine komplette Neuauflage der Netzreform mit dem Ziel, in Kassel ein leistungsfähiges und qualitativ angemessenes Nahverkehrsangebot zu bezahlbaren Preisen sicherzustellen.

„Klar ist, dass die KVG nur liefern kann, was die Stadt bestellt und auch bezahlt“, erklärt Kalb. Nach dem vom rot-grünen Magistrat festgesetzten Spardiktat sei absehbar gewesen, dass es Verschlechterungen im Nahverkehrsnetz geben würde. Qualitätsverluste durch Anruf-Sammel-Taxen, Taktreduzierungen, Entfall von Buslinien, Verzicht auf durchgängigen Nachtverkehr, Tausch der Tram-Äste 3 und 4 sowie 6 und 7 führten zu weniger Fahrgästen. Kalb: „Damit ist das im Verkehrsentwicklungsplan formulierte Ziel von Fahrgaststeigerungen im öffentlichen Nahverkehr nicht umsetzbar.“

Die Vorschläge zu Änderungen im Liniennetz passten nicht zu einer wachsenden Stadt wie Kassel und der prognostizierten Zunahme des Autoverkehrs. Der rot-grüne Magistrat reagiere nicht auf steigende Zulassungszahlen von Kraftfahrzeugen, kritisiert Kalb. Dies betreffe den Straßenbau ebenso wie die Frage eines vernünftigen Nahverkehrs-Angebots, das als umweltfreundliche Alternative zum Autoverkehr notwendig sei.

Linke: Keine Verbesserung

Auch die Rathausfraktion Kasseler Linke sieht in der Überarbeitung der KVG-Liniennetzreform keine Verbesserung gegenüber dem ersten Entwurf. Es bleibe bei Einschränkungen gegenüber dem jetzigen Angebot, sagt Fraktionsvorsitzender Lutz Getzschmann. Spätestens jetzt sei es an der Zeit, alternative Modelle und Finanzierungsquellen für den öffentlichen Nahverkehr zu entwickeln.

Die Kasseler Linke wolle gemeinsam mit Stadtbewohnern und Kommunalpolitikern eine Kehrtwende von der autogerechten Stadt hin zum attraktiven Nahverkehr vollziehen, kündigt Stadtverordnete Violetta Bock an. Man werde die Überarbeitung der Liniennetzreform genau auf Anregungen für Verbesserungen prüfen. Einschränkungen werde man aber nicht zustimmen.

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