Kakteenfreunde „Friedrich Ritter“ suchen Mitglieder

Mein kleiner, grüner Kaktus: Ehrenamtliche pflegen Pflanzen im Botanischen Garten

Sie hegen und pflegen das Kakteenhaus im Botanischen Garten: Elmar Sänger (von links), Dieter Rüsseler, Albert Preuss und Christine Böhm von den Kakteenfreunden „Friedrich Ritter“, die den sogenannten Schwiegermuttersitz (Echinocactus grusonii) begutachten. Fotos: Kothe

Kassel. Wer einen Kaktus sein Eigen nennt, kennt das: Wie soll man den stacheligen Zeitgenossen umtopfen, ohne sich an seinen Dornen zu verletzen? Dieter Rüsseler aus Kassel und Albert Preuss aus Fuldabrück plaudern ein wenig aus dem Nähkästchen – sie raten zu Schwämmen, Decken oder Zeitungspapier, um sie zu fassen.

Die beiden Kakteenliebhaber sind Mitglieder der Kakteenfreunde „Friedrich Ritter“, die das Kakteenhaus im Botanischen Garten seit 2002 fachgerecht hegen und pflegen. Und da haben sie einiges zu tun: Rund 1500 Kakteen und andere Sukkulenten (saftreiche Pflanzen wie Aloe vera) gedeihen dort. Sie wässern, düngen, tauschen Boden aus und vieles mehr.

Zurzeit wird gepflanzt, beschnitten, und jede Pflanze erhält ein neues Etikett – „eine Sisyphos-Arbeit“ wie Preuss betont, der zu Hause mehr als 300 Kakteen hat. Darauf stehen wohlklingende Namen wie Harrisia martinii, ein Kaktus, der knallrote Früchte trägt. Oder: Lithops leslii – „Lebende Steine“, kaum zu unterscheiden vom Substrat, in dem sie stecken. Zu sehen sind auch Agaven, die ihre Arme keck von sich recken, oder der sogenannte Schwiegermuttersitz, ein Echinocactus grusonii mit sehr spitzen Dornen.

Aktive Mitglieder gesucht

Mit Dieter Rüsseler und Albert Preuss engagieren sich auch Christine Böhm aus Schauenburg, Elmar Sänger aus Fuldabrück und Heinz Göbel aus Fuldatal. Sie treffen sich immer dienstags zwischen 9.30 und 12 Uhr im Kakteenhaus. Der Freundeskreis, der übrigens schon 1928 gegründet wurde, sucht Aktive, um die Mitgliederzahl von 13 aufzustocken. „Wer Zeit und Lust hat, ist uns sehr willkommen“, sagt Böhm.

Lithops leslii, eine Sukkulente aus der Familie der Mittagsblumengewächse. Die auch „Lebende Steine“ genannte Pflanze ist in Südafrika beheimatet.

Sie ist fasziniert von der unglaublichen Vielfalt der Kakteen, die im Sommer mit ihren Blüten verzaubern, die reich an Formen und Farben sind. Bereits im Alter von sechs Jahren wurde ihre Leidenschaft geweckt. „Einige Arten“, so sagt sie, „blühen auch in der lichtarmen Zeit.“ Sie zeigt auf den stattlichen Geldbaum, der jetzt mit zarten Blüten betört. Doch wer glaubt, Kakteen seien hierzulande nur für drinnen gedacht, der irrt: „Es gibt Kakteen für den Steingarten oder geschützte sonnige Gartenteile. Viele kommen auch ohne Abdeckung aus.“

Hintergrund

Vortrag über Nordqueensland am 15. April

Wer einen guten Rat für die eigenen Pflanzen braucht, ist bei den Kakteenfreunden in besten Händen, denn sie haben immer einen Ratschlag aus ihrem Erfahrungsschatz parat. Nach Pfingsten bieten die Experten im Kakteenhaus eine Beratungswoche rund um Kakteen und Sukkulenten an: Von Dienstag, 17. Mai bis Samstag, 21. Mai von 10 bis 18 Uhr darf jeder mit seinen Fragen kommen.

Darüber hinaus bieten die Kakteenfreunde jeden Monat Veranstaltungen wie Vorträge an. Der nächste Vortrag ist für Freitag, 15. April, geplant. Dann wird der Botaniker Holger Hennern im Kakteenhaus über die Region Nordqueensland in Australien sprechen.

Kontakt: Kakteenfreunde "Friedrich Ritter", Christine Böhm, Telefon 05601/1034.

Treffen: immer dienstags, 9.30 bis 12 Uhr, Kakteenhaus im Botanischen Garten, Bosestraße 15. Öffnungszeiten Kakteenhaus: montags - donnerstags 7.30 - 15 Uhr, freitags 7.30 - 12 Uhr, sonntags 14 bis 17 Uhr.

Kommentare

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