Jahrestreffen der Tourismusbranche

Stadt Kassel und Schwalm-Eder-Kreis ziehen immer mehr Gäste an

Museum lockt Besucher nach Kassel: Die Grimmwelt am Weinberg ist mit dem Bergpark Wilhelmshöhe einer der Anziehungspunkte in der Stadt. In fünf Monaten besuchten 80 000 Gäste das Museum. Das Foto entstand bei der Museumsnacht. Archivfoto: Fischer

Kassel. Immer mehr alte Menschen und die Frage nach der Finanzierung der touristischen Angebote und Werbemaßnahmen stellen die heimische Reisebranche vor große Herausforderungen.

Am Montag fanden sich in der Grimmwelt in Kassel etwa 200 Vertreter der nordhessischen Tourismusbranche und Politiker zum Jahrestreffen ein. Eingeladen hatten das Regionalmanagement Nordhessen, die Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg sowie der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Hessen.

Seit 2009 wird die Region unter dem Markennamen „Grimm-Heimat Nordhessen“ vermarktet. Mit 2,4 Millionen Gästen und 7,3 Millionen Übernachtungen im Jahr 2014 gehöre die Region zu einem der wichtigsten ländlich geprägten Ziele Hessens, betonte Ute Schulte, Leitung Tourismus beim Regionalmanagement Nordhessen. Drei Milliarden Euro würden durch den Tourismus in der gesamten Region umgesetzt. Für 2015 seien bisher nur die Zahlen bis November bekannt, aber „für Kassel und den Schwalm-Eder-Kreis zeichnet sich ein leichtes Wachstum ab“, sagte Schulte. Insgesamt wachse der Tourismus in Nordhessen aber schwächer als in Hessen. Das liege am Tourismusmagnet Rhein-Main.

Kassel habe im vergangenen Jahr enorm vom Bergpark Wilhelmshöhe und der neu eröffneten Grimmwelt profitiert, sagte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD). Vom Eröffnungstag im September 2015 bis heute seien allein 80 000 Museumsbesucher gekommen. „Ich rechne damit, dass wir dieses Jahr in Kassel über eine Million Übernachtungsgäste haben werden“, sagte Hilgen.

Für die Grimm-Heimat gebe es vorrangig zwei Herausforderungen für die kommenden Jahre, erläuterte Holger Schach, Leiter des Regionalmanagements. Die Bevölkerung werde älter, die Zahl der Einwohner in den Dörfern sinke. „Es besteht die Gefahr, dass dann auch die touristische Infrastruktur leidet.“ Zudem fehle es derzeit an einer Perspektive für die Tourismusfinanzierung. „Wir müssen schauen, dass wir die Finanzierung so optimieren, dass der kommunale Beitrag erschwinglich bleibt“, betonte Hilgen.

Derzeit arbeite die Grimm-Heimat an der Umsetzung der Tourismusstrategie 2022 mit dem Ziel, das erfolgreichste Mittelgebirgsziel in Mitteleuropa zu werden. Um das zu erreichen, plane das Regionalmanagement beispielsweise das Projekt „Feriendorf Grimmheimat Nordhessen“. Regionaltypische Häuser sollen saniert und in einheitliche Ferienwohnungen umgewandelt werden. Um die touristische Infrastruktur zu erhalten, seien Investitionsfonds angedacht, um Gastgeber und Kommunen bei Sanierung und Instandhaltung zu unterstützen.

Potenzial stecke im romantischen Landschaftsbild Nordhessens, sagte Schulte. Einige Schlösser und Burgen der Region entwickelten eine gemeinsame Broschüre. Im Sommer soll es einen Tag der Schlösser und Burgen geben.

Mehr Infos zur Grimmwelt finden Sie in unserem Regiowiki. Alle unsere Artikel zum Thema finden Sie hier.

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