Gefahr durch Algen: Badeverbot im Bugasee

Kassel. Im gesamten Bugasee in der Kasseler Fuldaaue wird das Baden verboten. Der Grund ist der starke Befall mit Unterwasserpflanzen – vermutlich ausgelöst durch die zurückliegende Hitzewelle.

Zwei Schwimmer sind in diesen Tagen im Bugasee bereits in lebensgefährliche Situationen geraten. Eine 43-Jährige aus Fuldabrück und ein Mann aus Niestetal hatten sich in den Unterwasseralgen verfangen. Mit dem Verbot will man weitere Badeunfälle verhindern. Die Wasserpflanzen reichen bereits bis dicht an den Badestrand heran.

Lesen Sie auch
- Nach Badeunfall: DLRG sieht Pflanzenwuchs im Bugasee kritisch

Das Tückische: Mit zunehmender Wassertiefe sind die Algen nicht zu sehen. Sie haben sich aber bereits bis in die Nähe der Badeplattform ausgebreitet. So kann es schnell zu bedrohlichen Situationen kommen. Denn manche Schwimmer reagieren beim Kontakt mit Wasserpflanzen mit starken Abwehrreaktionen, geraten in Panik und verlieren leicht die Kräfte. Eine Situation, die auch gestern wieder zu beobachten war, als Kinder mit den Beinen die Algen berührten. Das könnte selbst für die DLRG-Schwimmer gefährlich werden, wenn sie sich in den oft meterlangen Pflanzen verfangen, sagt DLRG-Vorsitzender Christian Bonn. 

Die Entscheidung für das Badeverbot habe man aus Sicherheitsgründen gemeinsam mit der Stadt getroffen. Bislang seien glücklicherweise nur die genannten beiden Vorfälle bekannt. Da die DLRG-Station am Bugasee nur während des Badebetriebs besetzt sei, bleibe diese angesichts des Badeverbots bis auf Weiteres unbesetzt.

Für die Zukunft sei geplant, die Badebereiche bei den Buga-Stränden mit Bojen zu markieren und speziell dort wieder eine gezielte Unterwassermahd zu veranlassen, um das Baden und Schwimmen ohne Einschränkungen zu ermöglichen, sagt Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp. Dies könne allerdings erst zur neuen Badesaison verwirklicht werden.

Brenzlige Situationen

Schwimmer gerieten auch am Mittwoch in Unterwasserpflanzen

„Iiii, Algen“, schreit das kleine Mädchen und paddelt hektisch in Richtung Bugastrand zurück. Die Wasserpflanzen in der Nähe der Badeplattform sind nicht zu sehen, reichen aber bereits fast an die Oberfläche heran. In zwei bisher bekannten Fällen sind Unterwasserpflanzen in diesem Jahr Schwimmern im Bugasee bereits gefährlich geworden. 

Sie hatten sich in den Algen verheddert und wurden von anderen Schwimmern gerettet. So war eine 43-Jährige aus Fuldabrück von einem 63-jährigen Schwimmer gerettet worden. Dabei hatte auch der Retter Schwierigkeiten, die Ertrinkende aus dem Wasser zu ziehen. Auch Manuel Sebastiao aus Niestetal sitzt der Schreck noch in den Gliedern. 

Deshalb schrieb er in einem Leserbrief: „Es ist Zeit, dass die Stadt etwas unternimmt, bevor es Tote gibt.“ Eine Familie mit Luftmatratze war ihm zur Hilfe geeilt und hatte ihn ans Ufer gezogen, nachdem er sich nach langem Kampf aus den Algen befreit hatte, wie er schildert.

Bei einem Ortstermin entschieden das Umwelt- und Gartenamt sowie Vertreter der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) gestern, den Bugasee vorsorglich zu sperren. Betroffen ist der gesamte See. Auch im FKK-Bereich beispielsweise sind die Algen bereits von Weitem zu erkennen. Jedes Jahr im Sommer sei es ein ähnliches Bild im Bugasee, sagt DLRG-Vorsitzender Christian Bonn: Die Algen haben sich deutlich vermehrt und sind den ganzen Sommer über gewachsen. 

In diesem Jahr – wegen der zurückliegenden Hitzewelle – allerdings ungewöhnlich stark. Besonders breit gemacht haben sich vor allem das Rauhe Hornblatt (Ceratophyllum demersum) und das Ährige Tausendblatt (Myriophyllum spicatum), erläutert das städtische Umwelt- und Gartenamt. Die Pflanzen werden ein bis zwei Meter lang. Christian Bonn hofft, dass die Buga-Besucher auch bei schönem Wetter vernünftig sind und das Badeverbot beachten. „Zum Großteil halten sich die Leute dran“, sagt er aus Erfahrung.

Von Martina Heise-Thonicke

Hingucker
(7)(0)

Wie wär's mit einer pragmatischen Lösung?
Man könnte doch die Algen ernten und (meinetwegen kostenlos) den Veganern zur Bereicherung des Speisezettels überlassen!

Besorgte_Anwohnerin
(0)(0)

Schade :( Die Algen sind jetzt wirklich schon einige Zeit da. Also im FKK fing es bereits mitte Juli an zu pieksen aber damit konnte ich noch leben. Wir haben dann eigenhändig die Algen in Ufernähe zusammengefischt und raus geworfen. Natürlich sind ein bisschen pieksen und sich darin verfangen auf offenem See zwei paar Schuhe. Ein Schwimmbad ist keine Alternative für mich. In so eine gechlorte Chemie-Brühe hüpfe ich bestimmt nicht. Also bleibt nichts anderes mehr übrig, als wohl ein bisschen raus zu fahren an andere Seen (Singlis <3) und hoffen, dass sich die Lage bald beruhigt.

Kennt sich hier jemand aus? Gehen die von alleine wieder zurück die Algen (also klar, irgendwann sterben die - aber wenn wir da bis zum Winter warten müssen, können wir ja schon mal getrost einen Haken dran machen)?

Rudi Rudolph
(0)(0)

Die HNA lernt es nicht mehr und eigentlich ist es doch gar nicht schwierig.
Das rauhe Hornblatt und das ährige Tausendblatt sind keine Algen sondern Pflanzen.
Auch sollte das Garten-und Umweltamt seine arbeit ordentlich verrichten,denn werden diese Pflanzen gemäht binden sie keine Nährstoffe mehr und das wiederum führt erst zu einer richtigen Algenblüte.

Alle Kommentare anzeigen