Hellweg will Bahr-Märkte übernehmen

Perspektive für 140 Mitarbeiter bei Max Bahr in Kassel, Baunatal und Vellmar: Unser Foto zeigt den Baumarkt an der Eichwaldstraße in Bettenhausen. Max Bahr wurde durch die Pleite des Mutterkonzerns Praktiker mit in die Insolvenz gerissen. Foto: Schwarz
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Perspektive für 140 Mitarbeiter bei Max Bahr in Kassel, Baunatal und Vellmar: Unser Foto zeigt den Baumarkt an der Eichwaldstraße in Bettenhausen. Max Bahr wurde durch die Pleite des Mutterkonzerns Praktiker mit in die Insolvenz gerissen.

Kassel / Vellmar / Baunatal. Für die 140 Beschäftigten der Max-Bahr-Baumärkte in Bettenhausen, Baunatal und Vellmar zeichnet sich eine Perspektive ab: Die zum insolventen Praktiker-Konzern gehörenden Bahr-Häuser sollen im Paket an die Dortmunder Hellweg-Gruppe verkauft werden.

Bis Ende Oktober soll das Geschäft unter Dach und Fach sein. Von bundesweit 78 Baumärkten, die schon immer unter Max Bahr firmierten und nicht erst in den vergangenen Monaten von Praktiker auf die Marke Max Bahr umbenannt wurden, sollen nur einzelne Märkte nicht mitverkauft werden, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwalter auf Anfrage.

Zur Zukunft der drei Häuser im Raum Kassel machte er keine Angaben: „Wir geben keine Zwischenstände aus laufenden Verhandlungen.“ Der Sprecher nannte dennoch mehrere Max-Bahr-Standorte im Bundesgebiet, die aus dem Verkaufspaket herausfallen sollen - aus Nordhessen war keiner darunter. Es sieht bisher also gut aus für einen Weiterbetrieb dieser Baumärkte.

Finanzierung noch unsicher

Bundesweit könnten bei Max Bahr 3600 Arbeitsplätze gerettet werden, wenn der Verkauf an den Konkurrenten Hellweg zustande kommt. Allerdings ist die Finanzierung des Deals noch nicht gesichert: Als Kaufpreis sind dem Vernehmen nach mehr als 100 Millionen Euro im Gespräch. Etwa zwei Drittel davon will sich die Dortmunder Baumarktgruppe von einem Kreditgeber-Konsortium um die Commerzbank besorgen.

Für die zuletzt noch 130 Baumärkte der Marke Praktiker gibt es nach wie vor keinen Interessenten, der die Standorte im Paket übernehmen würde. Sie sollen nun einzeln oder in kleineren Stückzahlen an Investoren übergeben werden, teilte der zuständige Insolvenzverwalter Christopher Seagon aus Hamburg mit.

Wie andernorts läuft auch im Kasseler Praktiker-Markt an der Holländischen Straße seit Wochen der Ausverkauf. 50 Mitarbeiter waren dort zuletzt beschäftigt. Ihre berufliche Zukunft sei unklar, sagte Handelssekretär Manuel Sauer von der Gewerkschaft Ver.di: „Wir gehen davon aus, dass es an diesem Standort zu Ende ist.“

Insolvenzverwalter Seagon sagte zu diesem Thema, es gebe für viele Praktiker-Einzelstandorte Interessenten, die auch an einer Übernahme der Beschäftigten interessiert seien. Konkrete Entscheidungen erwarte er im Lauf des Novembers.

Von Axel Schwarz