Servicezentrum für Lkw und Busse

MAN zieht um und baut neu in Waldau

Hier will MAN bauen: Es geht um das letzte große Grundstück im Industriepark Waldau, in der oberen Bildmitte im Winkel zwischen Heinrich-Hertz- und Lise-Meitner-Straße. Rechts neben dieser Fläche sind die Gleise des Güterverkehrszentrums zu sehen, am Bildrand links unten die Autobahn 7 und die Verbindungsbrücke zum Lohfeldener Rüssel. Luftbild:  Herzog / Charterflug Kassel
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Hier will MAN bauen: Es geht um das letzte große Grundstück im Industriepark Waldau.

Kassel. Die Kasseler Niederlassung des Nutzfahrzeugherstellers MAN wird von Bettenhausen ins Industriegebiet Waldau umziehen und dort bis Frühjahr 2014 ein modernes Servicezentrum für Lkw und Busse errichten.

Seit wenigen Tagen seien die Verträge für das 8,5-Millionen-Projekt unter Dach und Fach, sagte MAN-Zentrumsleiter Friedrich-Alexander Tamm. Im Spätsommer solle mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Verträge unter Dach und Fach: Friedrich-Alexander Tamm, Niederlassungsleiter der MAN Truck & Bus GmbH in Kassel.

Hintergrund der Pläne ist laut Tamm, dass am bisherigen Standort die Grenzen des Wachstums erreicht seien. Seit den 1960er-Jahren residiert MAN am Niestetalweg nahe der Autobahnanschlussstelle Kassel-Nord, unweit des Hagen-Gewerbeparks. Zwar sei auch diese Lage verkehrsgünstig für Bus- und Fernfahrer, die auf dem Weg durch Deutschlands Mitte eine Werkstatt ansteuern müssen. Trotz mehrerer Erweiterungen aber könne MAN am Niestetalweg nicht das Maß an organisatorischer Effizienz darstellen, das heute entscheidend sei: „Ebenso wie unsere Kunden aus dem Transport- und Verkehrsgewerbe stehen auch wir in einem knallharten Wettbewerb“, sagte Tamm.

Mit dem starken Wachstum der Logistikbranche im Raum Kassel müsse der Nutzfahrzeughersteller Schritt halten. „Es geht darum, Standzeiten für die Fahrzeuge zu verkürzen und den Durchlauf im Werkstattbereich zu erhöhen“, sagt Uwe Zimmermann, Leiter des Servicegeschäfts bei MAN in Kassel. So seien am neuen Standort zwölf statt bisher zwei Durchfahrtshallen für Wartung und Reparatur großer Fahrzeuge vorgesehen. „Vorne rein, hinten raus“, beschreibt Zimmermann das Prinzip – dabei würden Sensoren unter anderem automatisch die Fahrzeugspur vermessen, was viel Arbeitsaufwand spare.

Dies gilt laut Zentrumsleiter Tamm auch für die künftige Ausstattung mit Hebevorrichtungen, etwa für den Einbau schwerer Motoren und Getriebe: „Allein aufgrund verbesserter Arbeitsabläufe versprechen wir uns einen Umsatzzuwachs von einer bis 1,5 Millionen Euro pro Jahr.“

Nach Angaben Tamms setzt das Kasseler MAN-Zentrum derzeit jährlich acht Mio. Euro im Werkstatt- und Wartungsgeschäft um. Hinzu kommen Fahrzeugverkaufserlöse von 45 Mio. bei Lkw und zwölf Mio. bei Bussen. Mit dem Umzug nach Waldau soll die Mitarbeiterzahl von derzeit 55 auf 67 steigen, sagte Tamm.

Hintergrund zu MAN

Das Kasseler Service- und Verkaufszentrum der MAN Truck & Bus GmbH ist eine von zehn Niederlassungen in Deutschland. Das Zuständigkeitsgebiet reicht in Nord-Süd-Richtung etwa von Göttingen bis Fulda, schließt im Osten ganz Thüringen ein und reicht westlich bis in den Raum Paderborn /Bielefeld. Einschließlich des Kasseler Hauptstandorts ist MAN dort mit zehn eigenen Servicebetrieben präsent, hinzu kommen 23 Werkstätten von Vertragspartnern. (asz)

Von Axel Schwarz