Medizinisches Versorgungszentrum bezieht weitere Räume am Kasseler Kulturbahnhof

Das Medikum wächst weiter

Claus Essmann

Kassel. Vor dem Hotel Reiss steht ein Baucontainer, und auch nebenan am Medikum tut sich etwas: Das Medizinische Versorgungszentrum direkt gegenüber dem Kulturbahnhof wächst weiter. Etwa ein Jahr lang stand das ebenfalls sechsgeschossige Nachbargebäude leer, jetzt sind hier weitere Ärzte eingezogen.

Ein neuer Fachbereich des Medikums, die Kinder- und Jugendheilkunde, ist beispielsweise im zweiten Stock des Doppelhochhauses einquartiert. Eine Etage tiefer ist der Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie Dr. Armin Ulrich mit seiner Praxis eingezogen. Im Obergeschoss des Gebäudes, das einst unter anderem Versicherungsbüros beherbergte, weitet die radiologische Gemeinschaftspraxis Dr. Basche ihren nuklearmedizinischen Bereich aus.

Medikum-Verwaltungsleiter Claus Essmann ist froh über diese Entwicklung des 2006 gegründeten Medizinischen Versorgungszentrums. Denn mit der Möglichkeit, auch das Nachbargebäude nutzen zu können, sind die Platzprobleme vorerst gelöst. Außerdem steht jetzt ein weiterer Eingang vom dahinter liegenden Parkplatz aus mit direktem Zugang zu einem Fahrstuhl zur Verfügung. Das Medikum-Team wünscht sich, dass bald auch in die beiden noch leer stehenden Etagen und in die Erdgeschoss-Räume, die derzeit als Spielhalle genutzt werden, weitere medizinische Einrichtungen einziehen.

Weitere Praxen erwünscht

Eine Physiotherapie-Praxis zum Beispiel könnte eng mit der Orthopädie des Medikums zusammenarbeiten. „Das ist auch ein Wunsch, den Patienten bei unseren regelmäßigen Befragungen an uns herangetragen haben“, sagt Essmann. Willkommen seien auch Ärzte, die sich mit eigenständigen Praxen hier niederlassen. Mit einigen Ärzten in und um Kassel gebe es bereits gut funktionierende Kooperationen. Dies sei auch im Sinne der Patienten, denn so könnten Doppeluntersuchungen vermieden werden. So sei zum Beispiel per Datenübertragung ein direkter Austausch möglich, und der Patient komme relativ schnell zu einer umfassenden Diagnose und Therapie. Auf der Wunschliste des Medikums stehe unter anderem ein Urologe, um das Spektrum der Präventionsdiagnostik abdecken zu können, erläutert Essmann. Denn den Bereich der medizinischen Vorbeugung möchte das Facharztzentrum weiter ausbauen.

„Der Facharztmangel ist absolut spürbar,“ sagt Essmann. So suche man noch Augen-, Haut-, Frauenärzte und für den Aufbau des Innenohrzentrums HNO-Ärzte als Verstärkung.

Ziel sei es, Patienten eine Rundumversorgung zu bieten. Nach anfänglichen gesundheitspolitischen Diskussionen um das Medikum sei man vor allem an einer guten Zusammenarbeit mit anderen Ärzten und Einrichtungen interessiert, betont Essmann. (hei) Foto:  Heise-Thonicke

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