Verkauf auf Türkisch: Autoverkäufer Özay Yildiz soll für seine Landsleute da sein

Erster türkischer Autoverkäufer in einem VW-Autohaus der Region: Özay Yildiz arbeitet bei Hessen-Kassel an der Leipziger Straße. Damit will der Konzern gezielt die Gruppe der Türken als Kunden gewinnen.

Kassel. Seine Visitenkarten verteilt Özay Yildiz schon mal bei einer türkischen Hochzeit. „Da sind meist 500 bis 1000 Leute eingeladen", sagt er. Der 24-Jährige erhofft sich über diese Werbestrategie, Kunden zu gewinnen. Türkische Kunden.

Özay Yildiz ist der erste Autoverkäufer in Nordhessen, der extra als Ansprechpartner für seine Landsleute eingestellt wurde. Als Folge der bundesweiten Kampagne: Volkswagen spricht Türkisch. Seit 1. Mai arbeitet er beim Autohaus Hessen-Kassel.

Das Ziel der Kampagne ist eindeutig: Der Konzern will an die Türken in Deutschland mehr Autos verkaufen. Dabei helfen sollen Verkäufer wie Özay Yildiz. Sie sollen Ansprechpartner sein, weil sie die Sprache sprechen und die Kultur ihrer Landsleute verstehen.

Nicht einfach

Seit Mai arbeitet Yildiz in dem zur Glinicke-Gruppe gehörenden Haus an der Leipziger Straße in Kassel. Es sei kein einfacher Weg, die Türken als Kunden einzufangen, sagt er. „Das braucht Zeit.“

Das bestätigt auch Hessen-Kassel-Chef Peter Krusche. Mittlerweile habe sich aber rumgesprochen, dass es einen extra Ansprechpartner für die Türken gibt, sagt Krusche. „Und jetzt nach den ersten Wochen merken wir, dass das rege genutzt wird.“ Immerhin: Laut Stadtsprecher Hans-Jürgen Schweinsberg leben allein in der Stadt Kassel 8437 Frauen und Männer, die einen türkischen Pass besitzen.

Ein Vorteil für den VW-Händler in Nordhessen sei, dass jeder die Marke wegen des VW-Werkes in Baunatal kenne, sagt Peter Krusche. „Und jeder Dritte kennt jemanden, der bei VW arbeitet.“ Im Gegenzug spreche sich bei den Werksangehörigen rum, dass Hessen-Kassel einen besonderen Service für die Türken biete. Den Begriff Service nennt auch Özay Yildiz. Dieser sei für seine Landsleute enorm wichtig, sagt er. Wegen der Beratung kauften immer mehr türkische Werksangehörige ihre Autos bei einem Händler und nicht mehr direkt übers Werk.

Geboren wurde Yildiz in Mannheim, seit 1991 lebt er in Kassel. Seine Eltern stammen aus der Nähe von Trabzon an der Schwarzmeerküste. Nach seinem Fachabitur arbeitete er bei der Firma Autokühler in Hofgeismar. Dann bekam er einen Ausbildungsplatz bei Iveco in Waldau. Wegen guter Noten konnte er seine Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzen. Dann erhielt er den Zuschlag bei Hessen-Kassel. Der Stellenwert deutscher Autos sei in der Türkei groß, sagt Yildiz. „Das spricht für Qualität.“

Aktionen bei Festen

Volkswagen spricht Türkisch - Peter Krusche jedenfalls findet die ganze Kampagne sehr interessant. „Man lernt sehr viel über das ganze Thema“, sagt er. So werde das Autohaus tatsächlich versuchen, sich bei türkischen Hochzeiten zu präsentieren. Und auch zu den türkischen Feierlichkeiten wie Ramadan wolle man Aktionen starten.

Özay Yildiz nennt die Grundlage für jegliche Beziehung zu seinen Landsleuten: „Man muss das Vertrauen gewinnen. Wenn man das Vertrauen hat, hat man es für immer.“