Einigung

Stadt will Kasseler Schleuse kaufen und retten - Bund und Land zahlen auch

Kassel. Kassel wird seine Anbindung an deutsche und internationale Wasserstraßen wohl behalten. Die Stadt will die Kasseler Schleuse übernehmen und künftig betreiben.

Die über 100 Jahre alte Kasseler Stadtschleuse scheint wieder eine Zukunft zu haben. Vertreter der Stadt, des Landes Hessen und des Bundesverkehrsministeriums einigten sich bei einem Gespräch im Kasseler Rathaus jetzt auf eine Aufteilung der Sanierungskosten.

Aktualisiert um 17.16 Uhr

Und: Die Stadt werde die Schleuse zu einem symbolischen Wert übernehmen. „Damit haben wir eine hervorragende Perspektive“, sagte Stadtkämmerer Christian Geselle. Danach werde der Bund, der die Schleuse nicht weiter betreiben will, die Hälfte der Sanierungs- und Instandhaltungslosten übernehmen, Stadt und Land jeweils ein Viertel.

Wie teuer die Sanierung wird, sei indes noch nicht genau zu sagen. Fachleute von Kassel-Wasser sowie von Bund und Land sollten das Bauwerk in den kommenden Wochen genau unter die Lupe nehmen, um den Zustand des Bauwerks und den Investitionsbedarf zu ermitteln. Bisher war mit sechs Milionen Euro für den Einbau einer neuen Schleusenkammer gerechnet worden.

Wie lange es nach der angekündigten Schließung am Ende der Saison im Oktober bis zur Wiederinbetriebnahme dauern wird, lasse sich noch nicht sagen. Betrieben werden soll die Schleuse danach von der Stadt. Darüber werde man mit den zuständigen Ämtern und den wassersporttreibenden Vereinen Gespräche führen. Der Aufwand für den Betrieb werde überschaubar sein.

So funktioniert die Kasseler Schleuse

„Wir haben eine gute Perspektive erreicht, so weit waren wir in den letzten Jahren nicht“, sagte Geselle. Er sei dankbar für „sehr konstruktive Gespräche“, bei denen auch wieder Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann mit am Tisch saß.

„Der Fluss ist für die Stadt unabdingbar“, sagte Geselle auch mit Blick auf Zissel, Tourismus, Wasserwirtschaft und Wassersport. Das benachbarte Wehr, wichtig für die Wasserstandsregulierung, wird in Eigentum und Verwaltung des Bundes bleiben.

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Rubriklistenbild: © Archivfoto: Koch

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