Kasselwasser will es nutzen

Gebäude am Auedamm: Stadt will Pumpstation kaufen

Bahn will Gebäude verkaufen: Die Pumpstation am Auedamm soll in neue Hände kommen. Der Wasserversorger Kasselwasser würde die 140 Jahre alte Immobilie gern erwerben. Fotos: Ludwig

Kassel. Es ist ein städtebauliches Kleinod, das zwei Weltkriege am Fuldaufer überstanden hat. Nun will die Bahn ihre 1877 erbaute Pumpstation am Auedamm verkaufen. Diese versorgte einst die Wasserbehälter des Hauptbahnhofs, des Bahndreiecks und des Ausbesserungswerks der Bahn mit Flusswasser.

Bis gestern konnten Kaufinteressenten ihre Angebote bei der Deutschen Bahn abgeben. Unter den Bietern ist der städtische Wasserversorger Kasselwasser, wie ein Stadtsprecher mitteilte.

Bis zuletzt war das Kulturdenkmal in Betrieb. Zu der Pumpstation gehört eine 1,3 Kilometer lange Druckleitung, die durch das Stadtgebiet führt. In früheren Zeiten wurde das Fuldawasser für Kühlzwecke der Dampfloks am Hauptbahnhof und am Bahndreieck verwendet. Später wurde es nur noch im Ausbesserungswerk der Bahn benötigt.

Wie viele Bieter es im Verkaufsverfahren gibt, war gestern nicht von der Bahn zu erfahren. Kasselwasser dürfte aber keine schlechten Chancen haben, bei der Bahn zum Zug zu kommen. Denn eine Auflage war es, dass der Käufer der Immobilie die 1,3 Kilometer lange Stahlleitung entweder nutzen oder zurückbauen muss. Da ein Rückbau mit erheblichen Kosten verbunden wäre, sind komplette Umnutzungen der Pumpstation erschwert.

Kasselwasser wiederum will die Leitung weiter verwenden. An der Leitung sollen Entnahmestellen eingerichtet werden, über die die Fahrzeuge für die Kanalspülungen versorgt werden, sagt Uwe Neuschäfer, stellvertretender Betriebsleiter von Kasselwasser. Bislang würden die Kanäle im Stadtgebiet, je nach Standort der Fahrzeuge, mit Leitungswasser oder gereinigtem Wasser aus dem Klärwerk versorgt. „Auf diese Weise sparen wir Leitungswasser“, so Neuschäfer.

Neben dem Technikraum bietet das Gebäude auf seinen knapp 600 Quadratmetern aber auch weiteren Platz. Dieser wird bislang unter anderem vom Eisenbahner Sportverein ESV Jahn Kassel genutzt.

Wie diese Flächen künftig genutzt werden sollen und ob ein Teil des Gebäudes auch beispielsweise für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden kann, dazu konnte Neuschäfer noch nichts sagen. Soweit seien die Planungen nicht.

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