Studie: Anteil am Verkehrsaufkommen stagniert bei sechs Prozent

Stadt will Radfahren attraktiver machen

Kassel. Die größten Potenziale für die Verkehrslenkung in Kassel liegen im Radverkehr. Diesen Schluss zieht Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse (parteilos) aus einer Studie der Technischen Universität Dresden. Danach stagniert der Anteil des Radverkehrs seit Jahren bei etwa sechs Prozent.

Mit diesem Wert liegt Kassel besonders im Vergleich zu ähnlich großen Städten am unteren Ende einer Rangliste. Die Studie der TU Dresden hat für den Radverkehr unter anderem folgende Zahlen ermittelt: • Mainz 9,5 Prozent, • Mannheim 12,8 Prozent und • Augsburg 13,4 Prozent.

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Zahl der Autos gesunken

Die niedrigen Werte in der Studie würden die geringen Investitionen in diesem Bereich widerspiegeln, sagte Lohse. Den Anteil des Radverkehrs in den kommenden Jahren zu verdoppeln, halte er für realistisch.

Vor 14 Jahren wurde das Verkehrsverhalten der Kasseler schon einmal untersucht. Seitdem ist der Anteil des Radverkehrs lediglich um 0,6 Prozentpunkte gestiegen.

Obwohl immer mehr Kasseler auf Busse und Bahnen umsteigen, bleibt das Auto das am meisten genutzte Verkehrsmittel. Der motorisierte Individualverkehr kommt in der Studie auf einen Anteil von 43,4 Prozent. 1994 lag der Wert bei 48 Prozent. Zeitgleich ist der Anteil des öffentlichen Personennahverkehrs von 18 auf 21,5 Prozent gestiegen.

Mehr für den Radverkehr zu tun, habe aus verschiedenen Gründen Sinn, erklärte Lohse. So mache die Europäische Union Kommunen verbindliche Vorschriften für Luftreinheit und Lärmbelastung. Bürger könnten sich künftig auf diese Werte berufen und bei Verstößen zum Beispiel eine saubere Luft einklagen. Und eine wesentliche Quelle für Luftverschmutzung und Lärm sei nun einmal der Autoverkehr. „Wir müssen andere Verkehrsmittel wie den Radverkehr attraktiver machen“, sagte Lohse.

Von Claas Michaelis

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