Städtische Werke haben bisher 9,7 Mio. Euro zurücküberwiesen

Wassergeld: Rückzahlungen fallen unterschiedlich aus

Kassel. Für viele ist es ein willkommener Geldsegen: Die laufende Rückzahlung des zwischen Januar 2008 und März 2012 gezahlten Wassergeldes fällt allerdings unterschiedlich aus.

Wer als vierköpfige Familie im gesamten Zeitraum in Kassel oder Vellmar gelebt hat, der kann im Schnitt mit 290 Euro Erstattung rechnen. Bei einem Zweipersonenhaushalt sind es etwa 150 Euro. Ist der Haushalt kleiner oder größer, war der Verbrauch außergewöhnlich hoch oder niedrig oder lebte der Haushalt nicht die gesamte Zeit im Versorgungsgebiet, dann wird die Summe deutlich abweichen.

Ausgangspunkt der Rückzahlung ist der Vergleich, den Städtische Werke und Landeskartellbehörde im Streit um die Wasserpreise im vergangenen Herbst geschlossen hatten. Ursprünglich hatte die Kartellbehörde eine Rückzahlung von 37 Prozent des Wassergeldes gefordert – auf 20 Prozent wurde sich geeinigt. Dabei geht es nur um den Zeitraum von 2008 bis 2012. Denn inzwischen ist die Wasserversorgung wieder in den Händen der Kommune und auf deren Gebührengestaltung hat die Kartellbehörde keinen Einfluss – auch wenn das Wasser heute noch so viel kostet wie seinerzeit. Wer bislang kein Geld zurückbekommen hat, der muss sich keine Sorgen machen. Zunächst hatten die Städtischen Werke vor allem den Kontakt zu den großen Wohnungsbaugesellschaften GWG und GWH aufgenommen. Die Rückzahlung an die GWG-Mieter ist bereits abgewickelt, die für die GWH-Mieter soll bevorstehen. Mit weiteren Wohnungsbaugesellschaften und Hausverwaltungen stehen die Städtischen Werke ebenfalls bereits in Kontakt. Insgesamt werden bis Ende Juni noch acht Mio. Euro ausgezahlt.

Nach Auskunft der Städtischen Werke sind bereits 59 Prozent ihrer Kunden über die Rückzahlung informiert oder haben das Geld bereits erhalten. Das heißt aber nicht, dass schon 59 Prozent aller Haushalte Bescheid wissen oder gar das Geld erhalten haben. Denn der Versorger nimmt nur Kontakt mit seinen Kunden auf, das sind in der Regel Eigentümer oder Vermieter. Diese wiederum müssen mit ihren Mietern abrechnen.

In etlichen Fällen ist das Prozedere mit einem enormen Rechercheaufwand verbunden. Denn in der Zeit seit 2008 sind viele damalige Kunden bereits umgezogen oder haben ihr Haus verkauft. Um diese ausfindig zu machen, haben die Städtischen Werke einen Dienstleister beauftragt.

„Nur wer bis 1. Juli noch nichts von uns gehört hat und meint, einen Anspruch zu haben, soll sich an uns wenden“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke. Vorher verzögere jede Nachfrage die aktuelle Abwicklung. Bis 31. Dezember 2016 müssen alle Fälle abgewickelt sein.

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