Tipps des Eigentümerverbandes Haus & Grund

Start in die Saison: Grillvergnügen ohne Streit

Leckeres vom Grill: Damit es nicht schon beim Angrillen Streit mit den Nachbarn wegen des Rauchs und der Grilldünste gibt, haben wir Regeln und Tipps für ein Grillvergnügen ohne Ärger zusammengefasst. Foto: Fotolia

Kassel. Mit den wärmeren Temperaturen kommt die Grillsaison in Schwung. Damit es nicht schon beim Angrillen Streit mit den Nachbarn gibt, beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Geholfen hat uns dabei der Haus- und Grundeigentümerverband Kassel:

Warum ist das Grillvergnügen immer wieder der Grund für Streitigkeiten? 

Weil oft gegen den Grundsatz verstoßen wird, den der Kasseler Haus & Grund-Vorsitzende Wolfram Kieselbach so formuliert: „Gegrillt werden darf nur dann, wenn andere nicht belästigt werden“.

Ist das Grillen mit Holzkohle auf einem Balkon eigentlich erlaubt? 

Ein Holzkohlegrill auf dem Balkon ist tabu. Und zwar wegen der Brandgefahr sowie wegen Rauch und Grilldünsten, die durch geöffnete Fenster oder Balkontüren auch in andere Wohnungen ziehen. Dadurch werden andere Balkone nicht nutzbar und Nachbarn genötigt, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Eien solche Belästigung der Nachbarn darf auch beim Grillen im Garten nicht passieren, hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden (Aktenzeichen: 5 Ss (OWi) 149/95). Erlaubt ist auf Balkonien allenfalls ein Elektrogrill, wenn es nicht zur Beeinträchtigung der Nachbarschaft kommt.

Wie oft darf ich denn meinen Grill überhaupt anwerfen? 

Den öfter zu hörenden angeblichen Grundsatz, jeder dürfe einmal pro Woche grillen, gibt es nicht. Sonst würde in einem Mehrfamilienhaus mit beispielsweise zehn Wohnungen täglich mehrmals gegrillt. Gerichte urteilen unterschiedlich und haben zum Beispiel sechs Grillstunden pro Jahr (Landgericht Stuttgart, Aktenzeichen: 10 T 359/96) oder zweimal im Monat zwischen 17 und 22 Uhr im hinteren Teil eines Gartens (Landgericht Aachen, Aktenzeichen: 6 S 2/02) als zulässig angesehen. Pauschale Regelungen zum Grillen im Garten oder auf dem Balkon existieren nicht, sagt Kieselbach. Es komme auf den Einzelfall an.

Wie kann ich Beschwerden meiner Nachbarn vorbeugen, wenn ich mal grillen will? 

Am besten vorher mit den Nachbarn sprechen, dann können die sich darauf einstellen und in der betreffenden Zeit Fenster und Türen geschlossen halten. Zustimmung der Nachbarn bedeutet aber nicht, „dass von diesem Recht regelmäßig Gebrauch gemacht werden kann“, warnt Kieselbach. Wichtig ist zudem: Ab 22 Uhr an die Nachtruhe der Nachbarn denken, draußen ist dann nur noch Zimmerlautstärke angesagt.

Sind Grillverbote in Häusern mit Miet- oder Eigentumswohnungen denn überhaupt zulässig? 

Viele Hausordnungen in Mietverträgen verbieten das Grillen auf dem Balkon oder auf der Terrasse. Das ist grundsätzlich zulässig wegen der mit dem Grillen verbundenen Belästigungen und der gebotenen Rücksichtnahme auf die anderen Hausbewohner. Auch in Gemeinschaftsordnungen von Wohnungseigentumsanlagen können solche Verbote enthalten sein.

Was kann mir denn passieren, wenn ich trotzdem regelmäßig grille?

Ein Vermieter ist spätestens dann gezwungen, gegen seinen dauergrillenden Mieter durch die Geltendmachung von Unterlassungsansprüchen oder sogar mit der Kündigung des Mietverhältnisses (nach vorausgegangener Abmahnung) einzuschreiten, wenn sich andere Mieter beschweren. Denn Belästigung durch Grillrauch kann die Tauglichkeit der Mietsache mindern, eine Mietminderung oder weitere Gewährleistungsansprüche der Mitbewohner auslösen. Soweit wird es kein Vermieter kommen lassen und gegen Dauergriller vorgehen.

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