10.000 gingen auf die Straße

Warnstreik der IG Metall: Proteste vor VW und Sternmärsche in Kassel

Kassel/Baunatal. Knapp 10 000 Arbeitnehmer aus der Metallindustrie gingen am Mittwoch in Kassel und Baunatal auf die Straße.

Vor dem Haupttor des VW-Werk in Baunatal drehte sich bei den rund 6000 Teilnehmern einer Protestveranstaltung von IG Metall und Betriebsrat alles um einen höheren Lohn sowie die Forderungen nach einer Anerkennungsprämie nach dem Abgasskandal.

Eine Prämie war von Vorstandvorsitzendem Matthias Müller als Ausgleich für die wegen der Abgaskrise wegfallende übliche Gewinnbeteiligung versprochen worden. Jetzt regt sich in Wolfsburg in Teilen des Vorstandes aber offenbar Widerstand gegen die geplante Ausschüttung. „Wenn es sein muss, dann werden wir einen Bonus in den laufenden Tarifverhandlungen erstreiten“, kündigte Betriebsratschef Carsten Bätzold an. Der Vorstand sei mit den Zahlungen von Boni an sich selbst bereits vorgeprescht. Jetzt müsse die Leistung der Arbeitnehmer anerkannt werden, so Bätzold.

Aktualisiert um 16.45 Uhr.

Auch in der Kasseler Nordstadt und in Rothenditmold waren am Mittwoch jede Menge rote Fahnen mit dem Schriftzug der IG Metall zu sehen. Dem Aufruf zu einem Warnstreik und einem Sternmarsch von verschiedenen Firmenstandorten folgten nach Angaben der Gewerkschaft 3000 Beschäftigte. Unter anderem dabei waren Mitarbeiter von Daimler, Bombardier, Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann.

Bei der Kundgebung sprach auch der Verhandlungsführer des IG Metall-Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger. Mit der Aktion wolle man den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Ziel sei es, noch vor Pfingsten einen Abschluss zu erreichen. Die Gewerkschaftler kündigten weitere Streiks an, wenn es in den nächsten zwei Tagen keine Lösung gibt. Mehrere Demonstrationszüge machten sich am Morgen auf den Weg. Ziel war die gemeinsame Kundgebung auf der Holländischen Straße. Dadurch kam zu Verkehrsbehinderungen.

Warnstreik der IG Metall in Kassel

Rubriklistenbild: © Kühling

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