Fragen und Antworten zu Problemen des Paketdienst-Marktführers

Nach Pannenserie in der Region: DHL stellt 20 neue Paketboten ein

Konzentrierte Arbeit: Die DHL-Paketboten Vitali Kaiser (links) und André Paul scannen in der Kasseler Zustellbasis Pakete, die sie dann für die Zustellung in ihre Tranportfahrzeuge laden. Foto: Fischer

Kassel. Warten Sie noch aufs DHL-Paket oder packen Sie schon aus? In den vergangenen Wochen waren viele Kunden des Paketdienst-Marktführers verärgert. Pakete kamen nicht an, wurden tagelang durch die Region gefahren, Empfänger mussten mangels Zustellung die Sendungen selbst in Filialen abholen. Jetzt wird alles besser, verspricht DHL. Fragen und Antworten zur Pannenserie.

Wie will DHL die Zustell-Situation in der Region verbessern?

Das Unternehmen hat in der Zustellbasis an der Rudolf-Diesel-Straße im Industriepark Kassel 20 neue Paketboten eingestellt. Von dort bringen jetzt 90 statt bisher 70 Mitarbeiter auf 60 Touren bis zu 10.000 Pakete täglich zu den Kunden. Und ab September will man dort die benötigten Fachkräfte selbst ausbilden. Zehn Auszubildende werden eingestellt, die in zwei Jahren alles über Express-, Kurier- und Postdienstleistung lernen.

Was waren denn die Ursachen für den wochenlangen Ärger um die Paketzustellung?

Die Schwierigkeiten in der Region Kassel waren der im Mai stark gestiegenen Paketzahl, vielen erkrankten Mitarbeitern und technischen Problemen geschuldet, sagt DHL-Sprecher Thomas Kutsch, der sich bei den Kunden entschuldigt. Deshalb hat man das regionale DHL-Team aufgestockt. „Wir haben sehr viele Kranke gehabt“, sagt die Kasseler Geschäftsführerin Bettina Bartsch.

Hat der Paketdienst denn keine Reserveleute oder Springer?

Wegen des hohen Krankenstands hat DHL Fremdfirmen um Hilfestellung gebeten. Dort waren Zusteller unterwegs, die die Touren nicht kannten. Einige sprachen kein Deutsch und konnten Klingelschilder nicht lesen. „Das sollte nicht sein“, sagt Kutsch. DHL stellt strenge Anforderungen an die Servicepartner, die nach der Personalaufstockung wieder aus der Zustellung herausgenommen wurden.

Wieviele Pakete muss ein Bote denn am Tag zustellen?

Frühmorgens lädt jeder Zusteller etwa 120 bis 130 Pakete in seinen gelben Kleinlaster. Wenn jeweils dienstags und mittwochs oder etwa vor Weihnachten besonders viel los ist, sind es auch mal bis 200 Pakete. Immer mehr Sperrgut - transportiert werden Sendungen bis 31,5 Kilogramm - macht den Zustellern den Job schwer. Verschickt werden Fahrrräder, Sitzbänke, Tische oder große Fernseher in riesigen Kartons.

Ist denn die Zustellung einer so großen Zahl von Paketen an der Haustür an einem Tag überhaupt zu schaffen?

Ja, sagen die DHL-Verantwortlichen. Denn die Paketboten kennen wie die Postboten ihre Touren, die sie regelmäßig fahren, in- und auswendig, müssen nicht lange suchen. „Zwei Bezirke muss jeder schon können“, erklärt Bettina Bartsch. Und bei Läden oder Gewebetreibenden werden die Boten auch mal zehn oder mehr Pakete auf einen Streich los.

Was verdient ein Paketbote bei DHL?

Der Grundlohn liegt bei 12,05 Euro pro Stunde. Macht zusammen mit Spesengeld rund 2040 Euro im Monat, erklärt Tino Semm, Produktionsleiter in der Kasseler Zustellbasis. Die Bezahlung sei „Ansporn, seine Arbeit vernüftig zu machen“, sagt Thomas Kutsch.

Was kann ich tun, wenn bei mir die Zustellung an der Haustür trotzdem nicht klappt?

Zum Beispiel das Paket an eine nahegelegene Packstation liefern lassen. Dort kann man die Sendung rund um die Uhr abholen und natürlich auch Pakete aufgeben. Oder man stellt sich einen Paketkasten auf, einen abschließbaren, großen Briefkasten für Pakete. Oder man lässt die Sendung gleich in eine Filiale bringen und nimmt das Paket beim Einkaufen mit.

Und was mache ich, wenn ich meine DHL-Pakete nicht selbst abholen kann oder will?

Dann könnte man mal die Konkurrenz ausprobieren. Es gibt da noch die Paketdienste Hermes, UPS, TNT, GLS und DPD, die alle im weiter wachsenden Paketgeschäft mitmischen. Bei vielen Online-Händlern können sich Kunden aussuchen, wer das Paket bringen soll.

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