Keine Ausnahme für Beuys

Stiftung 7000 Eichen: documenta-Kunstwerk sollte frei von Plakaten sein

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Plakate und Bäume: Die Grünen haben sich auferlegt, Beuys-Bäume von Plakatierungen frei zu halten. Hier haben sie ihre Wahlplakate an der Ludwig-Mond-Straße um Versorgungsmasten herum platziert.

Kassel. Die Diskussion um das Thema Wahlplakate an Beuys-Bäumen hält an. In Kassel gilt die Regelung, dass an den Bäumen selbst keine Plakate angebracht werden dürfen, wohl aber um das documenta-Kunstwerk „7000 Eichen“, also um jeden einzelnen Beuys-Baum mit Basalt-Stele, herum.

Das findet der Vorsitzende der Stiftung „7000 Eichen“, Volker Schäfer, inakzeptabel: „Unsere Bitte war es, die Beuys-Bäume komplett von einer Plakatierung frei zu halten.“ Die Stadt habe sich verpflichtet, dem Kunstwerk eine besondere Wertschätzung entgegenzubringen. Das vermisse er. Es gehe nicht darum, ob Bäume durch Plakate zerstört werden, zu kritisieren sei bereits die „Beeinträchtigung ihrer optischen Erscheinung“, so Schäfer (Grüne). Es sei „völlig unverständlich“, dass sich die Stadt Kassel, die sich ihrer Kunstschätze rühmt, von einer „hohen Wertschätzung für das Kunstwerk 7000 Eichen so weit entfernt“.

Zur Neuregelung für den Kasseler Wahlkampf gehört auch, dass Plakate künftig an den Masten der Städtischen Werke und der KVG zulässig sind. „Eigentlich war dieser Vorschlag als Kompensation gemacht worden, für die entfallenden Plätze an den Beuys-Bäumen“, sagt dazu der Grünen-Stadtverordnete Boris Mijatovic. Jetzt seien auf diese Weise ohne Not die Stellplätze für Wahlplakate um viele Hundert erweitert worden, ohne dass die Beuys-Bäume ausgenommen wurden. „Ich finde es ärgerlich, dass die Parteien sich nicht daran halten, Beuys-Bäume von Plakaten zu verschonen, obwohl wir dies im vergangenen Sommer so verabredet hatten.“ Die Grünen jedenfalls kämen dem Wunsch der Stiftung 7000 Eichen nach und hielten die Bäume von Wahlwerbung frei.

Auch die Kasseler SPD äußert sich zum Thema: Die Sozialdemokraten hätten es begrüßt, „wenn es parteiübergreifend zu einer Übereinkunft gekommen wäre, dieses Kunstwerk von der Genehmigung zur Plakatierung auszunehmen“, sagt der SPD-Unterbezirksvorsitzende Uwe Frankenberger. Im Zusammenhang mit der Erteilung von Sondernutzungserlaubnissen für die Plakatierung sei seitens der Stadt geplant gewesen, die Auflagen so zu ändern, dass Kunstwerke, so auch die 7000 Eichen, von Plakaten frei zu halten sind. „Die SPD hat diesen Vorschlag der Stadt begrüßt. „Abgelehnt hat dies lediglich die CDU, weshalb diese Auflage nicht zu Stande gekommen ist, was wir außerordentlich bedauern“, so Frankenberger.

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