Neubau für 12 Jugendliche

Stiftung plant Wohngruppe für minderjährige Flüchtlinge auf HNA-Gelände

Bauarbeiten haben diese Woche begonnen: Derzeit wird auf dem Grundstück an der Frankfurter Straße die Baugrube ausgehoben, im Bild ein Bagger der Kasseler Firma Transkal. Im Hintergrund sieht man das Verlagshaus der HNA. Foto: Rudolph

Kassel. Neben dem Verlagshaus der HNA an der Frankfurter Straße sind die Bagger angerückt: Dort entsteht auf einem bisher ungenutzten Grundstück ein zweigeschossiger Neubau.

In dem Haus will die Roland-Berger-Stiftung eine Wohngruppe für jugendliche Flüchtlinge einrichten, die ohne ihre Familie nach Deutschland gekommen sind. Im Dezember sollen die Jugendlichen - ausschließlich Jungen - bereits einziehen.

24 Stunden-Betreuung

Zwölf Plätze für minderjährige Flüchtlinge werden in der Wohngruppe entstehen, erläutert Dr. Tobias Raffel, Vorstand der Stiftung. Im Erdgeschoss des Hauses sind Gemeinschaftsräume, Küche und die Büros der Mitarbeiter vorgesehen. Die Jugendlichen werden rund um die Uhr von Sozialpädagogen betreut. Im Obergeschoss werden zwölf Einzelzimmer (je 15 Quadratmeter groß) sowie gemeinsame Wasch- und Sanitärräume eingerichtet.

Soll im November fertig sein: So soll der Neubau für die Wohngruppe aussehen. Foto: Architekten BSH/nh

Zu den Gemeinschaftsflächen zählen auch ein sogenannter Bildungsraum mit Computern und Lernmaterialien sowie ein Veranstaltungsraum für Deutschunterricht und Kulturvermittlung. Die Jugendlichen werden eine Regelschule besuchen und in der Wohngruppe zusätzliche Förderung erfahren, so Raffel. Dazu gehöre auch, ihnen unsere Kultur und Wertvorstellungen nahezubringen. Die Bildungsangebote sollen auch anderen jugendlichen Flüchtlingen – etwa aus den benachbarten Gemeinschaftunterkünften Park Schönfeld und Jägerkaserne – offenstehen.

Den Neubau, der in Holzramenbauweise errichet wird, finanziert die Ippen-Stiftung von HNA-Verleger Dr. Dirk Ippen. Die Roland-Berger-Stiftung wird das Gebäude anmieten. Die Pläne für das Wohn- und Bildungsprojekt waren vergangenes Jahr auf dem Scheitelpunkt der Flüchtlingswelle entstanden.

Schulabschluss ermöglichen

Trotz des Rückgangs der Flüchtlingszahlen gebe es nach wie vor Bedarf für die Wohngruppe, sagt Tobias Raffel. Die Jugendlichen, die meist im Alter von 15 oder 16 Jahren in Deutschland ankommen, müssten mehrere Jahre betreut werden. „Unser Ziel ist es, sie so lange zu begleiten, bis sie auf eigenen Beinen stehen können.“ Dabei strebe man an, jedem Jugendlichen zu einem Schulabschluss und im Anschluss eine Ausbildung oder ein Studium zu ermöglichen. Für die professionelle Betreuung sucht die Stiftung, die in Ingolstadt bereits zwei Einrichtungen für unbegleitete Minderjährige betreibt und in Kassel erstmals als Jugendhilfe-Träger auftritt, noch einen Heimleiter und Sozialpädagogen.

Die Jugendlichen sollen zudem von ehrenamtlichen Mentoren begleitet werden. Nach einem ersten Aufruf in der HNA hatten sich bereits 13 Freiwillige gemeldet. Über die große Resonanz freue man sich sehr, sagt Raffel: „Die Offenheit der Bevölkerung und der Wunsch mitzuhelfen, sind in Kassel außerordentlich.“

www.rolandbergerstiftung.org

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