Fahrgastverband fordert zukunftssicheren Ausbau

Streckennetz rund um Kassel: Pro Bahn kritisiert Schienen-Pläne

Im Verfahren zur Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans hat der Fahrgastverband Pro Bahn Planungsentwürfe für Bahnstrecken kritisiert, die auch den Raum Kassel betreffen.

Mitte-Deutschland-Strecke

In Nordhessen sieht Pro Bahn erheblichen Nachbesserungsbedarf für den Planentwurf. So sei für die sogenannte Mitte-Deutschland-Verbindung Düsseldorf-Ruhrgebiet-Kassel-Erfurt-Chemnitz-Dresden im hessischen Abschnitt keinerlei Ausbau vorgesehen – obwohl die Deutsche Bahn plane, auf dieser Strecke eine neue IC-Verbindung im Zwei-Stunden-Takt verkehren zu lassen. Um dies mit attraktiven Reisezeiten anbieten zu können, müsse das Bestandsnetz rund um Kassel „deutlich ertüchtigt und ausgebaut werden“, fordert Pro Bahn.

Ausbau rund um Kassel

Für den Fahrgastverband ist es „unabdingbar“, dass die sogenannte Hümmer Kurve durch eine rund fünf Kilometer lange Abkürzungstrasse zwischen Liebenau und Hofgeismar ergänzt wird, die dann nur noch dem Nahverkehr auf der Schiene vorbehalten sein soll.

Für den Bereich südlich des Fernbahnhofs Kassel-Wilhelmshöhe fordert Pro Bahn Hessen den viergleisigen Ausbau des Abschnitts bis nach Guntershausen. Der IC Düsseldorf-Erfurt könne ab Wilhelmshöhe nicht die Schnellfahrstrecke nutzen. Es seien dort zwei stark ausgelastete Bahnstrecken vereinigt: die Main-Weser-Bahn Richtung Frankfurt sowie die Fuldatalstrecke Kassel-Bebra.

Der Bahnhof Guntershausen lasse beim Durchfahren nur Geschwindigkeiten bis 40 km/h zu. Dies sei nicht mehr zeitgemäß und erfordere einen umfassenden Ausbau, insbesondere auch wegen der Fernverkehrsnutzung. Zwischen Guntershausen und Melsungen müsse ein drittes Gleis her, um für die Regiotram wie für andere Verkehrsarten auf der Schiene ausreichende Kapazitäten zu schaffen.

Ausbau Main-Weser-Bahn

Die Main-Weser-Bahnstrecke Kassel-Gießen-Frankfurt ist Thema einer weiteren Stellungnahme von Pro Bahn zum Bundesverkehrswegeplan. Für den größten Teil der Region Mittelhessen mit den Oberzentren Gießen, Marburg und Wetzlar sei diese Bahnstrecke die „schienentechnische Lebensader“. Insofern müsse die gesamte Strecke von Kassel bis Frankfurt als Ausbaustrecke in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden.

Die Geschwindigkeit für Fernzüge müsse auf mindestens 120 km/h angehoben werden, einige längere Abschnitte bedürften des Ausbaus auf 200 km/h. „Es muss möglich sein, innerhalb einer Stunde von Gießen nach Kassel zu kommen“, sagte der Pro-Bahn-Landesvorsitzende Thomas Kraft.

Rubriklistenbild: © dpa

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