Kubanische Bar soll kommen

Streit um geplante Bar an Friedrich-Ebert-Straße: Anwohner wollen dagegen vorgehen

Kubanische Bar statt Therapiezentrum: Wo früher „Therapie aktiv“ zu finden war, soll im Herbst eine neue Gastronomie eröffnen. Nach Polizeikontrollen am vergangenen Sonntag ruhen allerdings die Arbeiten auf der Baustelle. Fotos: Ludwig

Kassel. An der Friedrich-Ebert-Straße 49 soll im Herbst eine kubanische Bar eröffnen. Die Anwohner aber wollen die Pläne so nicht hinnehmen.

Die Umbauarbeiten in dem Haus, das unmittelbar neben der Bar Seibert liegt, laufen bereits seit Weihnachten. Nachdem sich Anwohner der Motzstraße bei der Polizei über den auch sonntäglichen Baulärm beschwert hatten, wurden die Arbeiten vergangenen Montag eingestellt. Bislang wurde laut Bauamt der Stadt auch noch keine Genehmigung zur Umnutzung der Immobilie erteilt, in der früher ein Therapiezentrum ansässig war.

Biergarten unter Bäumen: In diesem Innenhof zur Motzstraße sollte der Außenbereich Platz finden.

Die neuen Mieter haben große Pläne: Auf zweiEtagen soll sich die Bar erstrecken und auch ein Biergarten im Hinterhof ist nach Auskunft der Stadt beantragt worden. Allerdings ist derzeit offen, wie sich das Projekt entwickelt. Denn obwohl die Behörden den vorliegenden Bauantrag noch gar nicht geprüft haben, sind Arbeiter bereits seit Monaten mit dem Umbau beschäftigt. Bei der Überprüfung durch die Behörden geht es auch um die Beachtung des Lärmschutzes der Anwohner.

Die Anwohner der Motzstraße wiederum, die auf der Rückseite des Gebäudes wohnen, wollen zumindest den Biergarten verhindern. In dem Hinterhof lebten etwa 100 Anwohner und die meisten hätten ihre Schlafzimmer nach hinten raus, sagt Anwohnerin Susanne Berendes. Es sei allen klar, dass sie in der Nähe der Kneipenmeile lebten, aber im Hinterhof müsse Ruhe bleiben. Andernfalls sei ein gutes Miteinander nicht möglich. Zumindest auf der Baustelle herrscht derzeit Ruhe. Nachdem dort Polizeibeamte vergangenen Sonntag nach Lärmbeschwerden vorbeigeschaut hatten, gab es offenbar Klärungsbedarf. Die Polizei bestätigt auf HNA-Anfrage, dass nach dem Einsatz Mitteilungen an den Zoll und das Ordnungsamt ergangenen seien.

Nach Auskunft des Zolls gibt es noch keine Erkenntnisse, ob es sich um Schwarzarbeit handelt oder nicht. Dies liege auch daran, dass wegen der ruhenden Arbeiten noch keine Kontrolle habe stattfinden können.

Die Kasseler Anwältin Anke Malecki vertritt die Anwohner und will bei der Stadt die eingereichten Pläne der neuen Mieter einsehen. Einen Kontakt zu den Gastronomen herzustellen, war der HNA nicht möglich. Allerdings konnten wir mit Rechtsanwalt Rainer Stahl sprechen, der die Gastronomen vertritt. Vorwürfe der Schwarzarbeit seien aus der Luft gegriffen, so der Anwalt. Wer in der Innenstadt lebe, müsse mit Lärm rechnen.

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