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Streit ohne Ende: Ein Kommentar zum Zaun-Zoff

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Von: Maximilian Holscher

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Claudia Bach
Claudia Bach © HNA

Claudia Bach, die aufgrund des Medikaments Contergan ohne Arme und Beine zur Welt kam, wohnt seit Jahren in ihrer Wohnung an der Hunsrückstraße. Wegen eines Zaunes für ihre beiden Chihuahuas gibt es jetzt Ärger mit ihren Nachbarn. Ein Kommentar von HNA-Volontär Max Holscher.

Geht es um Ärger unter Nachbarn, denkt man unweigerlich an Stefan Raabs Lied vom „Maschendrahtzaun“. Wäre der Streit hier nicht derart eskaliert, könnte man darüber wie in Raabs Fall nur schmunzeln. Den Zeitpunkt zum Schmunzeln haben die Streitparteien aber verpasst.

Dabei ist doch klar: Wer Probleme nicht gleich mit dem Partner, dem Chef oder den Arbeitskollegen bespricht, mindert die Chance auf eine Einigung. Der Zaun ist nur das Symbol für die angestauten Befindlichkeiten auf beiden Seiten. Dort mal einen Fleck im Flur hinterlassen, ein bellender Hund oder einfach nicht gegrüßt. Probleme wurden verärgert hingenommen – bis es zu spät war.

Am Ende stehen geschmacklose Aussagen über Behinderte, und Anwälte wechseln teure Briefe. Ärger am Zaun gibt es täglich und unabhängig davon, ob die Person nun wie Claudia Bach behindert ist. In ihrem Fall bekommt die Situation aber einen faden Beigeschmack. Was wird geschehen? Der Zaun wird abgebaut. Der Streit bleibt.

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